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18. Dezember 2015

Mit dem Ausbau geht es flott voran

Die Adolf-Reichwein-Schule erhält bis Ende 2017 für 16,4 Millionen Euro neue Gebäudeteile für Ganztagsbetrieb und Kita-Betreuung.

  1. Noch eine Schippe drauflegen konnten die Schulkinder beim ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau. Foto: Thomas Kunz

  2. Architekt Hans Bühler vom Architekturbüro Riehle + Assoziierte in Reutlingen erläuterte Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik die Pläne. Foto: Thomas Kunz

  3. Auch aus dem Schulhaus wurden die Feierlichkeiten genau beäugt. Foto: Thomas Kunz

  4. Alles Ton in Ton: die Farbtafel des Architekturbüros Foto: Thomas Kunz

WEINGARTEN. Der Spatenstich der Schülersprecher der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) markierte am Donnerstagmorgen den Auftakt für den Ausbau zur Ganztagsschule. Der soll bis Ende 2017 abgeschlossen sein. In der Erweiterung werden unter anderem der Schulkindergarten aus dem "Haus Weingarten" und eine Kindertageseinrichtung mit zwei Gruppen untergebracht, für die noch kein Träger bestimmt wurde. Die inklusiv arbeitende Grundschule wird derzeit von 388 Schülerinnen und Schülern besucht.

Dass die Adolf-Reichwein-Schule an der Bugginger Straße eine besondere Schule mit einem außergewöhnlichen Profil ist, betonte Oberbürgermeister Dieter Salomon in seiner Begrüßungsrede vor den vielen Verantwortlichen des Neubaus sowie Weingartener Bürgern und Schülern. Dafür spräche schon allein die Sprachauswahl für muttersprachlichen Unterricht zwischen Russisch, Albanisch und Türkisch. "Das ist eine ganz große Geschichte, die der Gemeinderat im April dieses Jahres mit dem Bau auf den Weg gebracht hat", sagte er zum Großprojekt. Die Räte hätten mit ihrer Freigabe von 16,4 Millionen Euro dafür gesorgt, dass die beiden Erweiterungsbauten für die Kindergruppen und die Ganztagsbetreuung am Stück gebaut werden könnten und sich der Bau nicht über Jahre hinziehe.

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Für die Sanierung des in die Jahre gekommenen Altbaus der Schule aus den 1970er Jahren werde parallel dazu im Februar 2016 eine Kostenschätzung erstellt. "Es wird ein Haus sein, in dem sich alle Schülerinnen und Schüler der 16 Klassen wohlfühlen werden", war sich Salomon sicher.

Für den Ganztagsbetrieb ist eine Cafeteria geplant, die die jetzige Betreuung im Kinder- und Jugendzentrum gegenüber der ARS ablösen wird. Dazu kommen ein Werkraum, ein Musik- und Tanzraum, zwei Lernwerkstätten, zwei Klassen- und zwei Ruheräume, ein Stillarbeitsraum, die Bibliothek und ein Bewegungsraum.

Beide Gebäude werden im Passivhausstandard mit hohem Wärmeschutz gebaut. "Das bisschen Wärme, das sie noch brauchen, liefert das benachbarte Heizkraftwerk", informierte der Oberbürgermeister. Beide Gebäude werden in Massivholzbauweise errichtet, die eine günstige CO2-Bilanz verspricht.

Darüber, ob der erste Spatenstich vor oder nach der Musik ausgeführt wird, ließ Salomon spontan die Kinder abstimmen, und die stimmten eindeutig und mit Begeisterung für den schnellen Spatenstich. Auf Kommando von Baubürgermeister Martin Haag ließen fünf Sprecher der zweiten bis vierten Klassen die ersten Sandladungen durch die Luft fliegen. Der anschließend auftretende Schulchor verwies mit dem Lied "Wer will fleißige Handwerker sehen…" zu Recht auf deren Leistung.

Sie freue sich auf das neue Haus, sagte Karin Kudielka, Leiterin des Schulkindergartens für Erziehungshilfe im "Haus Weingarten" am Auggener Weg. Für sie und ihre Kinder ist die ARS kein Neuland. "Seit acht Jahren arbeiten wir mit der Grundschule zusammen", erläuterte Kudielka, "in einem virtuellen ,Bildungshaus’ bereiten wir mit Hilfe unserer Partnerklassen die Kinder auf die Regelschule vor." Sie begrüßt den Neubau, durch den jetzt ein reales Bildungshaus entstehe: "Es wird uns noch besser gelingen, die Ängste der Kindergartenkinder vor der Schule abzubauen."

Ganze Generationen von Kindern der Sinti seien durch den Schulkindergarten gegangen, erinnert sich Coralla Reinhardt, die selbst aus einer Weingartener Sintifamilie stammt. Auch sie freut sich auf den Neubau, in dem Kinder, die Unterstützung benötigen, unter guten Bedingungen gefördert werden können.

Autor: Eva Opitz