Einweihungsfest

Rieselfelder Jugendlichen steht nun ein Sportcontainer beim Bolzplatz zur Verfügung

Ralf Strittmatter

Von Ralf Strittmatter

Fr, 10. Juni 2016

Freiburg Südwest

Die neue „Sportbox“ der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil Rieselfeld bietet von Fußball- bis Hockeyzubehör alles zum Austoben. Mit einer Feier ist der zweite Container am Sport- und Freizeitgelände „Hirschmatten“ eingeweiht worden. Beim Herrichten legten die Kids selbst Hand an.

Das bescheidene Wetter kann die Spielfreude nicht trüben. Rennende Kinder und laute Musik, auf dem Rasenplatz wirft eine Gruppe beim Kubb (Wikingerschach) Holzklötze um, gegenüber versuchen sich Jugendliche an Baseball. Gut 20 junge Menschen zwischen 8 und 19 Jahren sind zur Einweihung des neuen Sportcontainers gekommen. Er steht, wie der vor einem Jahr in Betrieb genommene Jugendcontainer, beim Bolzplatz etwas nordwestlich des Vereins-Sportgeländes von "Sport vor Ort". Alle Sportgeräte können ausprobiert werden, zudem gibt es zur Einweihung Kuchen und Snacks.

Wie bereits beim größeren Jugendcontainer haben Kinder und Jugendliche aus Rieselfeld die Sportbox mit dem Sozialpädagogen für die Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteilverein Kiosk (KJK), Samson Woldu (42), selbst hergerichtet. Obwohl auch der kleine Container bereits seit August 2014 auf dem Hirschmatten-Areal steht, konnten erst vor zwei Wochen die Sportgeräte eingeräumt werden. "Es gab einige Verzögerungen", erklärt Woldu. So war bei der Anlieferung des zweiten Containers die Arbeit am Jugendcontainer noch nicht abgeschlossen. Nach dessen Fertigstellung war es bereits Oktober und der Beginn der Sportbox-Renovierung wurde auf das Frühjahr 2015 verschoben.

Zusammen mit Kids aus dem offenen Kinder- und Jugendtreff wurde die künftige Sportbox im März zunächst entrümpelt und der Linoleumboden bis runter auf die Metallverstrebungen herausgerissen. Zur Verfügung gestellt wurde der Container vom Kiosk-Vorsitzenden Bertram Schrade, der hauptberuflich Geologe ist und in seiner Firma HPC AG keine Verwendung mehr für ihn hatte. "Der Container war ziemlich ramponiert", erinnert sich Samson Woldu. Eine Strebe musste vollständig abgeflext und ausgewechselt werden. Eine der oberen Ecken war eingedrückt und musste ebenfalls ausgebessert werden. Zudem war der Container, zunächst provisorisch auf Holzstelzen gestützt, inzwischen von seinem ursprünglichen Standort verrutscht und stand schief. Um ihn zu stabilisieren, musste er laut Woldu mit Hilfe der Rieselfelder Feuerwehr versetzt werden. Auf Metallplatten als Fundament wurde er neu positioniert und verankert.

Die Sportbox erhielt einen neuen Boden aus Riffelblech, die Fassade wurde mit Zinkblechen komplett neu verkleidet und der Container wurde innen wie außen neu gestrichen. "Die Arbeit am Container hat total Spaß gemacht", findet Julius Köhler, "wir hatten schönes Wetter und Musik." Auch wenn nicht immer alle da sein konnten, sagt der 19-Jährige, habe jeder der 15 Helfer seinen Beitrag geleistet.

Der zwölfjährige Rasheed Antwane hat ebenfalls mitgewerkelt: "Ich dachte mir, das macht bestimmt Spaß." Am meisten hat er sich auf den Graffiti-Workshop gefreut. Zusammen mit dem Graffiti-Künstler Fabian Bielefeld haben die Kinder und Jugendlichen zu Beginn der letzten Sommerferien die Außenfassade gestaltet. "Fabian hat schon andere Objekte für uns besprüht", erklärt Samson Woldu. Für die Sportbox habe er den Sprayer angefragt, weil er eine gute Art im Umgang mit den Kindern habe. "Zuerst hat er uns gezeigt, wie es geht", erklärt Rasheed, "dann durften wir selbst sprühen."

Die 16-jährige Nakisha Kobi findet gut, dass sie sich mit ihren Freunden jetzt bei dem abgelegenen Sportcontainer treffen kann: "Wir sind meistens viele Leute und entsprechend laut", sagt sie. Schon oft hätten sich die Anwohner andere Treffpunkte beschwert. Außer Sportgeräten gibt es eine Grillschale zum Feuermachen und Bierbänke. Auch die Sitzsteine findet sie ideal zum Abhängen. Das Sportcontainer-Projekt hat die "Aktion Mensch" mit knapp 3400 Euro unterstützt.

Die beiden Container sollen vorerst von denen genutzt werden dürfen, die beim Renovieren mitgeholfen haben. Samson Woldu schließt auf Anfrage auf. Künftig sollen Schlüssel ausgegeben werden, damit die Jugendlichen die Nutzung selbst verwalten können. Ab 2017 sollen die Container für Geburtstage oder andere Privatfeiern auch Außenstehenden zur Verfügung gestellt werden.