Gemeinschaft

In der Luckenbachstraße in Haslach wurde ein neuer Quartierstreff eröffnet

Jana Luck

Von Jana Luck

Di, 23. Mai 2017

Freiburg Südwest

Der Quartierstreff an der Luckenbachstraße ist bei seiner Eröffnung rappelvoll. Kaum etwas von den 46 Quadratmeter Boden des im März in Betrieb genommenen Gemeinschaftsraums ist zu sehen zwischen Dutzenden Fußpaaren. Es ist der fünfte Quartierstreff, den die Wohnungsbaugenossenschaft Bauverein Breisgau eröffnet.

Im Dezember begann der Umbau, 140 000 Euro investierte der Bauverein in den neuen Treffpunkt. Voraussetzung war, sagt Quartierskoordinator Volker Wörnhör, dass der Treff für alle 700 Bauverein-Mieter des Quartiers fußläufig erreichbar ist. Neben dem Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile gibt es ein Quartiersbüro. Insgesamt 72 Quadratmeter groß sind damit die Räume, die früher eine Waschküche beherbergten. Die Wäscherei ist in die Seniorenwohnanlage im Quartier umgezogen.

"Ziel der Treffs ist es, dass die Nachbarn gemeinsame Aktivitäten organisieren können und so der soziale Zusammenhang im Quartier gestärkt wird", sagt Wörnhör. Das Angebot werde schon rege angenommen. Bei einer Ideenwerkstatt trafen sich 35 Quartiersbewohner, um Vorschläge für das Programm zu sammeln. Die Nachbarn selbst organisieren dies zusammen mit Yvonne Risch, der Leiterin des Quartierstreffs. "Ich möchte jeden Monat etwas Neues anbieten können", sagt die 46-Jährige, die selbst im Quartier aufgewachsen ist und hier ein "Heimspiel" hat, wie sie selbst sagt.

Es gibt Stricktreff, Trommeln, Mittwochs-Café und mehr

Im Haslacher Quartierstreff gibt es bisher einen offenen Singkreis, einen Stricktreff, eine Rhythmus-Gruppe für Trommler, tänzerisches Bewegungstraining, einen Spiele-Nachmittag und progressive Muskelentspannung, außerdem ein Nachmittags-Café an jedem Mittwoch und ein Abend-Café mit Vesper an jedem ersten Dienstag im Monat. Im Mai basteln einige Bewohnerinnen Frühlingsdeko, die schon den Quartierstreff schmückt, und bei Ausstellungen zeigen Künstler aus dem Quartier ihre Werke. Yvonne Risch organisiert zudem regelmäßig Vorträge. Ihr ist wichtig, "dass das hier nicht nur ein Seniorentreff wird, sondern auch Leute in meinem Alter oder Jüngere gerne herkommen und sich vom Programm angesprochen fühlen." Deshalb plant sie einen Lauftreff zum Feierabend und einen Müttertreff. Und: "Neben der stetigen Verjüngung des Programms wünsche ich mir auch mehr Männer."

Volker Wörnhör plant außer gemeinsamen Aktionen auch eine Nachbarschaftshilfe. Sieben Nachbarn haben bereits an einer "Nachbarschaftsschulung" teilgenommen. Sobald sich eine feste Gruppe gefunden hat, soll diese den Bewohnern beim Einkaufen oder Putzen helfen oder mit ihnen spazieren gehen. Ziel sei es, dass jeder so lange wie möglich in seiner eigenen Wohnung bleiben könne.

Bisher stemmen das Programm im Kern Ehrenamtliche aus dem Quartier. 150 000 Euro steuert der Bauverein jährlich für "das Soziale neben dem Wohnen" zu, sagt Reinhard Disch, der in diesem Jahr sein Amt als geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des Bauvereins abgibt und in den Ruhestand geht. Er schätzt, dass der Quartierstreff im Luckenbachweg etwa 24 000 Euro erhält, Personalkosten eingerechnet. Yvonne Risch kann von diesem Geld auch Honorarkräfte für die Kurse einstellen, im Sportbereich gibt es das in anderen Quartieren schon.

Christa-Marie Ullmann-Lüth (80) und Nelly Bühler (79) organisieren das wöchentliche Nachmittags-Café am Mittwoch. Damit ist Haslach der einzige Quartierstreff, in dem es so ein Angebot jede Woche gibt. Die beiden wünschen sich ein Gymnastik-Angebot. Die Ehrenamtlichen betonen, dass sie insgesamt schon sehr zufrieden sind mit dem Angebot. Yvonne Risch findet die Größe der Räume genau richtig: "Sie sind nicht zu groß. Deshalb gibt es bei Veranstaltungen, bei denen zwischen drei und fünf Menschen anwesend sind, schon eine gemütliche Atmosphäre."

Bisher kommen hauptsächlich Nachbarn aus dem Quartier, sagen die Ehrenamtlichen. Yvonne Risch hat aber auch schon Gesichter gesehen, die sie bisher nicht zuordnen konnte: "Gerade bei Sonderveranstaltungen wie Vorträgen sehe ich Leute, die nicht aus dem Quartier kommen und auch mehr junge Menschen", sagt sie. Außerdem würden die Nachbarn auch oft Freunde mitbringen, wozu sie herzlich eingeladen seien.