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15. Oktober 2009
Weniger Beiräte für Mieter
Stadtbau GmbH will in der Mietervertretung, die nun gewählt wird, nur noch 12 statt 23 Mitglieder.
FREIBURG. Ab Freitag haben die Mieterinnen und Mieter von 8000 Wohnungen der Freiburger Stadtbau (FSB) die Wahl: Bis zum 5. November können sie entscheiden, wer sie in den kommenden fünf Jahren vertreten soll. Doch von diesen Mieterbeiräten gibt es künftig nur noch etwa halb so viele wie bisher. Aus 23 werden 12, die Bezirke, für die sie zuständig sind, vergrößern sich entsprechend. Das stößt auf Kritik.
Warum diese neue Struktur? Weil Änderungen nötig waren, argumentiert FSB-Sprecherin Michaela Gnann: Der Wohnungsbestand habe sich verändert, außerdem seien die Bezirke bisher nicht – wie eigentlich vorgesehen – gleich groß gewesen. Kleine Bezirke seien verwaist, weil die Mieterbeiräte sich zurückgezogen hätten. Der Knackpunkt für die Kritiker aber ist, dass nun weniger Mieterbeiräte für größere Bezirke im Einsatz sind. Dadurch können die ehrenamtlich arbeitenden Mietervertreter immer weniger Mietern persönlich bekannt sein, sagt Gerhard Steinhart, Sozialarbeiter beim Stadtteilbüro Weingarten, der zudem beobachtet hat: "Die Mieter empfinden die Reduzierung der Beiräte als Abwertung." Und die "Unabhängigen Listen" (UL) im Gemeinderat kritisieren, dass diese "eindeutig politische Frage" nicht im Aufsichtsrat der FSB entschieden worden sei. Die neue Struktur erschwere die Interessenvertretung der Mieter, weil die Wege zwischen Mietern und Beiräten länger würden, bilanziert UL-Stadtrat und FSB-Aufsichtsratsmitglied Hendrijk Guzzoni. "Eine Schweinerei" ist die Entscheidung für den Mieterbeirat Timo Roth. Künftig ist er außer für Munzingen, wo er wohnt, Tiengen und Opfingen auch noch für Waltershofen (wo allerdings das Immobilienunternehmen Gagfah die FSB-Wohnungen übernommen habe) und das Rieselfeld zuständig. Bisher bekommt er täglich bis zu fünf Anrufe von Mietern, in Zukunft rechnet er mit doppeltem Arbeitsaufwand.Werbung
Ihn überzeugt auch das Argument der FSB nicht, dass der von den Mieterbeiräten gewählte Beiratsvorsitzende in die Neustrukturierung eingebunden gewesen ist: Der stehe auf Seite der FSB, die Stimmung unter den Beiräten sei anders. Timo Roth ist seit zehn Jahren Mieterbeirat, der größte Erfolg war für ihn das Engagement der Beiräte gegen den von Oberbürgermeister Dieter Salomon geplanten Verkauf städtischer Wohnungen.
Autor: Anja Bochtler
