Fasnet 2017

Die Wieberfasnet in Waltershofen war ein wahrhaft königliches Vergnügen

Eva Böning

Von Eva Böning

Di, 21. Februar 2017

Freiburg Tuniberg

Butler und Landlords (alle mit einer gewissen femininen Note), rote Telefonzellen und Omnibusse – die Waltershofener „Wieberfasnet“ war vor allem eins: very british. Unter diesem Motto feierten am Samstagabend rund 160 Frauen aus Freiburg und Umgebung in der Steinriedhalle. Die Männer hat an diesem Abend keine vermisst.

Die Besucherinnen bekamen gleich zu Beginn, was sich so mancher Fan der Königshäuser ein Leben lang erträumt: eine Audienz bei der Queen. Auf den Hofknicks durfte verzichtet werden, dafür standen Mitglieder der Royal Guard stramm hinter ihrer Majestät, an diesem Abend verkörpert von Ute Möcklin. Sie ist eine der acht Damen, die jedes Jahr aufs Neue ein Programm für die Waltershofener Wieberfasnet auf die Beine stellen. Das besondere an den Acht: Die Wieberfasnet ist ihre einzige Verbindung. Sie treffen sich nur für die Vorbereitungen, ansonsten nie privat. "Wir sind von unseren Persönlichkeiten her und aufgrund unseres Alters so verschieden. Aber deswegen haben wir auch so einen tollen kreativen Dialog in der Vorbereitung", sagt Nicole Heitzler. Gerade das schätzt auch Dorothea von der Ruhr: "Den meisten Spaß haben wir im Vorfeld der Wieberfasnet, die Treffen von uns Acht sind unheimlich lustig. Es ist doch schön, auch mal ein bisschen Blödsinn machen zu können."

So ist auch das Motto "Very british" an einem Abend aus Spaß heraus entstanden und zwar – das betont das Trüppchen – noch vor dem Brexit. Politische Statements gibt es an diesem Abend also kaum. Stattdessen schlüpfen die Acht in die unterschiedlichsten Kostüme und Rollen, um es möglichst britisch werden zu lassen: Von James Bond, über Romeo und Julia (okay, spielt in Italien, ist aber von einem britischen Autor) bis hin zu einer Tea-Party und einem Pferderennen werden in kleinen Sketchen alle Klischees bedient.

Zwischendrin übernehmen auch die Fitnessmäuse vom TSG und die (okay, eher amerikanischen) "desperate house wives" die Bühne.

DJ Heinz Paul sorgt in den Umkleidepausen für Musik und bringt so die Menge noch während des Programms zum Tanzen. Zwanzig Minuten nach Beginn der Veranstaltung läuft der Großteil der Besucherinnen zu "It’s raining men" in Polonaise durch die Halle. Dass in Wahrheit bis auf den DJ und den Techniker kein einziger Mann anwesend ist, scheint die Frauen nicht zu stören. Im Gegenteil: "Das meistverkaufte Getränk hier ist Sprudel, und trotzdem sind die Leute von Anfang an gut drauf. Es ist einfach ungezwungener. Das ist das Besondere an der Wieberfasnacht", sagt Barbara Fiedler vom Verein "Z’sämme". Der Verein ist Veranstalter des Abends und erntet vor allem für die detailverliebte Dekoration viel Lob von den Gästen. "Die Frauen von Z’sämme geben sich immer so viel Mühe und machen alles mit so viel Liebe. Ich bin immer ganz gerührt von so tollem Engagement", sagt Besucherin Maria Allgeier.

Aber auch die acht Damen selbst kommen gut bei den Zuschauerinnen an. Judith Merkle geht seit einigen Jahren regelmäßig zur Wieberfasnet. Ein Grund wiederzukommen ist für sie das liebevoll vorbereitete Programm: "Es ist jedes Jahr eine tolle Veranstaltung und mittlerweile die einzige auf die ich noch gehe. Hier merkt man einfach, dass die Frauen mit richtig viel Spaß, Leidenschaft und Kreativität bei der Gestaltung dabei sind."