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20. Februar 2010

Bald regieren Bagger und Kräne

In den kommenden Jahren wird die Bevölkerungszahl im Stadtteil Mooswald um rund 2000 Menschen wachsen.

  1. Ob das Gelände einer ehemaligen Kiesgrube zwischen Elsässerstraße, Hutweg und Falkenberger Straße im Stadtteil Mooswald saniert werden muss, soll ein Gutachten klären. Foto: Thomas Kunz

MOOSWALD. Bagger und Kräne werden in den kommenden Jahren den Stadtteil Mooswald prägen. Über Details informierten am Donnerstag bei einem Bürgergespräch im Fritz-Hüttinger-Haus OB Dieter Salomon und Behördenchefs von Stadt, Stadtbau sowie der Freiburger Verkehrs AG (VAG). Kuriosität am Rande: Die Hälfte der 40 Anwesenden waren nicht aus dem Stadtteil – sondern Behördenvertreter.

Stadtplanungsamtschef Wulf Daseking erläuterte, dass die Mooswaldbevölkerung seit 1980 um 900 Bewohner abgenommen hat. Zudem sei festzustellen, dass verglichen mit der Gesamtbevölkerung die Anzahl der über 65-Jährigen deutlich höher liege. Bürgervereinsvorsitzender Horst Bergamelli wies darauf hin, dass sich die Bevölkerungsstruktur in den kommenden Jahren erheblich verändern werde. "Mit Fertigstellung der Neubauwohnungen werden bis zu 2000 Menschen mehr hier wohnen. Probleme werden nicht ausbleiben."

Siedlungsentwicklung bis 2015: Stadtplanerin Babette Köhler rechnete vor, dass bis 2015 mit zusätzlichen 860 Wohneinheiten gerechnet werde. Im Einzelnen sind dies das Strohecker-Areal mit 41 Wohnungen, der Brielmann-Komplex mit bis zu 350 Wohneinheiten, das Hüttinger-Gelände mit bis zu 200 Wohneinheiten, sowie 74 Wohnungen im Bereich der Berliner Allee; beim "Breisacher Hof" werden es 87 Wohneinheiten und auf dem Gelände des ehemaligen Fuhrparks 110 Wohnungen sein.

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Berliner Allee: Baureferent Norbert Schröder-Klings wies darauf hin, dass die nach dem Krieg errichteten städtischen Mietwohnungen an der Berliner Allee nach und nach durch Neubauten ersetzt werden. Den Bewohnern soll durch ein städtisches Umzugsmanagement und eine zeitlich befriste Subventionierung der Mieten geholfen werden.
Breisacher Hof: Zurückhaltend äußerten sich die Planer zur Zukunft des alten Kasernengeländes Breisacher Hof. "Es gibt Überlegungen, teilweise abzureißen und teilweise zu sanieren. Klar ist, dass ein großer Teil der Grünfläche erhalten bleiben muss", so Schröder-Klings. Der Gemeinderat werde sich im Sommer mit dem Objekt befassen.
Seniorensiedlung Drachenweg: Aufgrund der Frage eines besorgten Bewohners aus dem Stadtteil stellte Stadtbauchef Ralf Klausmann klar, dass auf absehbare Zeit die Seniorensiedlung Drachenweg bestehen bleibt. "Es wird nicht abgerissen", präzisierte Oberbürgermeister Dieter Salomon. Klausmann versprach, dem Hinweis, dass dort auch Bewohner unter der 60-Jahre-Altersgrenze aufgenommen werden, nachzugehen.
Altlast Hugstetter Kiesgrube: "Bisher gibt es keinen Hinweis auf akute Gesundheitsgefährdungen", so Dieter Wörner vom Freiburger Umweltschutzamt zu Vorwürfen eines Betroffenen, die Stadt habe sich spät um die Sanierung des Altlasten auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube zwischen Falkenberger Straße, Elsässer Straße und Hutweg gekümmert. Der Behördenchef wies darauf hin, dass im Frühjahr ein Gutachter mit der Detailuntersuchung der einzelnen Grundstücke beginnen werde. Erst dann könne festgestellt werden, ob das Gebiet saniert werden müsse. Sollte dies der Fall sein, werde "noch vor den Sommerferien" der Öffentlichkeit ein Gesamtkonzept präsentiert. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung wurde vor zwei Jahren erstmals großflächig eine etwaige Bodenbelastung aus den Hausmüllrückständen einer Kiesdeponie untersucht, die in diesem Gebiet bis vor etwa 80 Jahren betrieben wurde.
Verlängerung der Stadtbahnlinie: In zwei Jahren wird mit dem Bau der Stadtbahntrasse entlang der Breisacher Straße und der Berliner Allee zur Messe begonnen. VAG-Prokurist Johann Bogel stellte in Aussicht, dass mit deren Fertigstellung im zweiten Quartal 2015 gerechnet werden kann. Obwohl noch keine Aussage zum Fahrplan getroffen werden könne, sei ein 7,5-Minuten-Takt im Gespräch. Kindertagesstätten: Hans-Georg Thiele vom Jugendamt erläuterte, dass durch die Schaffung zusätzlicher Wohnungen auch der Bedarf an Kindertagesstätten wachse. Horst Bergamelli wies darauf hin, dass vor allem für Ein- bis Dreijährige Einrichtungen fehlen. Das Betreuungsangebot soll auf dem Hüttinger-Areal, beim Westbad-Gelände und im Breisacher Hof erweitert werden.

Autor: Andreas Peikert