Landwasser

Für neues Einkaufszentrum sind bislang keine Arkaden vorgesehen

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Fr, 14. September 2018

Freiburg West

Beim Bürgergespräch mit dem Unternehmer Peter Unmüßig blieb ungeklärt, ob das geplante neue Einkaufszentrum Landwasser vielleicht doch noch schattenspendende Arkaden bekommen kann. In einigen anderen Punkten konnte auf Anregungen der Landwasseraner Bürger eingegangen werden.

FREIBURG-LANDWASSER. Am Mittwochabend war es wieder einmal soweit: Der Bauunternehmer Peter Unmüßig hat auf Einladung des Bürgervereins Landwasser in der evangelischen Zachäusgemeinde über den derzeitigen Stand bei der Planung des neuen Einkaufszentrums (EKZ) informiert. Ein Kritikpunkt blieb ungelöst: Der Siegerentwurf als Ergebnis des Architektenwettbewerbs sieht keine Arkaden als Regen- und vor allem als Sonnenschutz in Hitzesommern vor, die voraussichtlich künftig weiter zunehmen werden.

Wird das neue Einkaufszentrum zu einem "Backofen"? So bezeichnet eine Frau im mehr als 100-köpfigen Publikum das ebenfalls von Peter Unmüßig errichtete Einkaufszentrum Westarkaden im Stadtteil Mooswald, das trotz seines Namens ohne Arkaden und damit im Sommer unerträglich heiß sei. Dort stünden derzeit einige Geschäfte leer, sagt sie.

Der Entwurf für das EKZ in Landwasser sehe keine Arkaden vor, sagt Peter Unmüßig, deshalb könne er dafür keine Zusage geben. Er bezeichnet die Position der Zuhörerin als eine von mehreren Meinungen – die "Experten vom Architekturwettbewerb" hätten eine andere Position. Die Frau ärgert sich: "Es geht doch um uns, um die Landwasseraner, um unser Einkaufszentrum, und nicht um irgendwelche Architekten!" Später kritisiert ein Mann, Peter Unmüßig würde die Forderung nach Arkaden, die von Bürgern bereits in früheren Diskussionen geäußert worden sei, zur "Einzelmeinung" erklären, das sei "unbefriedigend". Er will von Christof Etter vom Stadtplanungsamt wissen, ob es baurechtliche Hindernisse gegen Arkaden gebe. Christof Etter antwortet vorsichtig, dass der Entwurf keine Arkaden vorsehe, aber "rechtlich nicht zwingend etwas dagegen steht". Peter Unmüßig betont, er habe nichts gegen Arkaden, aber er könne derzeit keine Zusage geben, weil er nicht wisse, ob das realistisch sei.

Supermarkt und Bauernmarkt ziehen zum Autohaus

Umso mehr betont der Unternehmer mehrmals im Lauf des Abends, dass er den Bewohnern bei allen anderen Wünschen entgegengekommen sei. Zum Beispiel der Anlieferungsfrage, die dem Bürgervereinsvorsitzenden Dieter Dormeier von Anfang an besonders wichtig war. Der ursprünglich für den Platz der Begegnung vorgesehene Belieferungsverkehr wird nun aufgeteilt: Auf der nördlichen Seite ist die Belieferung der Geschäfte geplant, auf der südlichen Seite die Zufahrt und der Zugang der Kundinnen und Kunden, die zum Einkaufen kommen.

Auch die Versorgung während der rund zweieinhalb Jahre dauernden Bauzeit, die frühstens nach dem Bebauungsplanverfahren mit dem Abriss vom alten EKZ Anfang 2020 starten könne, sei gesichert, verspricht Peter Unmüßig: Das ehemalige Autohaus Kannenberg an der Auwaldstraße werde umgebaut, dort sollen ein Rewe-Supermarkt, der Apotheker und Ärzte einziehen, und dort soll vorübergehend auch der derzeit mittwochs und samstags am Platz der Begegnung stattfindende Bauernmarkt angesiedelt werden. Dafür, dass der Markt während der Bauphase bei den sonstigen Einkaufsmöglichkeiten unterkomme, habe sich der Bürgerverein gezielt eingesetzt, sagt Dieter Dormeier: "Markt und Supermarkt gehören zusammen, dahin kommen die Menschen zum Einkaufen."

Mit zur Übergangslösung im Autohaus sollen außerdem eine Post und ein Sparkassenautomat gehören, sagt Peter Unmüßig – sein Ziel sei, dass die Sparkasse später im neuen EKZ wieder eine "richtige" Niederlassung und nicht nur den Automaten anbiete. Immer wieder hebt der Unternehmer hervor, dass es für ihn "eine Frage der Ehre" sei, sich nach den Bürgern zu richten: "Ihr Wunsch ist mir Befehl." Deshalb werde nach Gesprächen mit Pflegeanbietern im EKZ wahrscheinlich die geforderte Tagespflege eingerichtet, und das Quartiersbüro bekomme die gewünschten Räume im Erdgeschoss.

Und wie können die Bürger bei strittigen Punkten wie den fehlenden Arkaden ihre Bedenken einbringen? Auf diese Frage eines Zuhörers erläutert der für Landwasser zuständige Stadtplaner Christof Etter, wie es weitergeht: Derzeit laufe die Bearbeitung durch die Stadtverwaltung, voraussichtlich im ersten oder zweiten Quartal 2019 werde der Bebauungsplan offen gelegt. Dann könnten die Bürger schriftlich Einwendungen einreichen, bevor der Gemeinderat "auf jeden Fall vor der Sommerpause 2019" endgültig über die vorgesehene Planung entscheide. Rechtskräftig würde alles frühestens Ende 2019.

Weil sich in den kommenden Monaten äußerlich wenig tun wird, ist das nächste Gespräch mit Peter Unmüßig erst im Sommer 2019 geplant. Da werde er ein Modell mitbringen, das zeige, wie das EKZ aussehen soll, sagt der Unternehmer.