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24. November 2012

Noch ist unklar, wo Laster langrollen

Gestern gab’s einen Vor-Ort-Termin in Betzenhausen, um ein mögliche Baustellentrasse für das Tränkemattengebiet anzuschauen.

  1. Ortstermin in der Botanik: An der Begehung von einer der drei möglichen Baustellenstraßen für das Baugebiet „Tränkematten“ nahmen unter anderem teil (von links): Sonja Gierecker (Stadtplanungsamt), Kerstin Geigenbauer (Verein „Bauernhoftiere für Stadtkinder“), Arnold Löffler (Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde) und Edgar Bohn (Rektor der Anne-Frank-Grundschule). Foto: Thomas Kunz

BETZENHAUSEN. Seit fast zwei Jahren gibt es in Betzenhausen Querelen um das geplante Baugebiet Tränkematten. Der ursprünglich anvisierte Baubeginn ist längst verstrichen, weiter unklar ist auch, wo die Baustraße verlaufen wird. Drei Varianten sind im Gespräch, die Ergebnisse eines Gutachtens sollen frühestens Ende 2012 vorliegen. Gestern haben sich die Stadtverwaltung und verschiedene Institutionen die Situation noch einmal vor Ort angeschaut.

Es ist eine Idylle mitten in der Stadt: Das Gewann "Obergrün", an der sich die kleine Gruppe gestern Vormittag versammelte. Links liegt die Kleingartenanlage, daneben verläuft ein Bach, auf der anderen Seite gibt es Wiesen und Gebüsch. Mittendrin weiden Schafe und Ziegen: Tiere des Vereins "Bauernhoftiere für Stadtkinder", der das Gelände für seine Arbeit nutzt. Das "Obergrün" ist als Baustellenzufahrt zum neuen Baugebiet Tränkematten im Gespräch. Dort plant die Treubau AG rund 60 neue Wohnungen.

Die Pläne hat die Stadtverwaltung bereits mehrfach nachjustiert. Denn von Anfang an hagelte es Kritik. Vor allem die Höhe der Häuser stieß auf wenig Gegenliebe. Auch der Beginn der Planungen verlief äußerst unglücklich: Eine Gartenbaufirma holzte auf dem Gelände illegal Bäume ab, was die Bürger zusätzlich verstimmte. Später kamen dann die Diskussionen um die Baustellenzufahrt hinzu. Bereits vor einem Jahr, so berichtete Kerstin Geigenbauer vom Verein "Bauernhoftiere für Stadtkinder" gestern beim Ortstermin, habe die Stadtverwaltung zugesichert, den Verein in die Planungen einzubeziehen: "Und dann haben wir nichts mehr gehört." Der Verein macht sich große Sorgen. Denn wenn die Baustraße durch das "Obergrün" läuft, seien sie in ihrer Arbeit massiv beeinträchtigt, sagte Kerstin Geigenbauers Schwester Cora. Mit Schulklassen der benachbarten Anne-Frank-Grundschule und mit anderen Kindergruppen nutze der Verein für seine naturpädagogische Arbeit genau die als Zufahrt vorgesehenen Wege. Alternativen gebe es kaum. Auf dem Areal haben die Schwestern zudem seltene Tiere und Pflanzen beobachtet, die durch die Baustellenzufahrt ebenfalls bedroht seien.

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All diese Aspekte flößen in jedem Fall in die Untersuchungen ein, sagte Matthias Heigold vom Garten- und Tiefbauamt. Bis das Gutachten fertig sei, dauere es aber noch mindestens bis Ende des Jahres. Eine Entscheidung für eine Variante sei noch nicht gefallen: "Das wird ergebnisoffen geprüft." Alternativ sind als Baustellenzufahrt Wege entlang der Gaskugel oder durch das an die Tränkematten angrenzende Wohngebiet im Gespräch.

Zwei Jahren sollen die Bauarbeiten dauern. Wann sie beginnen, konnten gestern weder Stadtverwaltung noch Treubau beantworten. Wichtig sei auch, was danach mit "Obergrün" geschehe, sagte Arnold Löffler vom Bürgerverein Betzenhausen. Auch Edgar Bohn, Rektor der Anne-Frank-Schule, forderte, dass die Betroffenen besser in die weiteren Planungen einbezogen würden. Der Verein "Bauernhoftiere für Stadtkinder" hat für die Zukunft bereits einen Vorschlag gemacht: Er möchte, dass "Obergrün" in einen "naturnahen Park" umwandelt wird.

Autor: Jelka Louisa Beule