Ehrenamtliche pflanzen neue Arten

18 neue Eichen für das Arboretum im Günterstaler Wald

Christoph Giese

Von Christoph Giese

Sa, 14. April 2018

Freiburg

Gründer Hubertus Nimsch, der 1989 das Areal im Günterstäler Wald initiiert hat, zieht sich zurück.

FREIBURG. Sie sind noch ganz dünn und zart und fallen zwischen Gestrüpp, Stützpfählen und Ehrenamtlichen kaum auf: Am Freitag wurden die neuesten Bewohner des Arboretums im Stadtwald in Günterstal gepflanzt. Insgesamt 18 Eichen setzten Vertreter des Vereins Freunde des Stadtwald-Arboretums, des Ortsvereins Günterstal und des Forstamtes ein. Die Setzlinge aus aller Welt sind bereits bis zu vier Jahre alt und werden im Arboretum nun eine neue Heimat finden.

Das Arboretum in Freiburg wurde im September 1989 offiziell eingeweiht und beheimatet heute etwa 1300 Baum- und Straucharten aus mehr als 60 Ländern auf einer Fläche von rund 100 Hektar, dort steht auch der höchste Baum Deutschlands. Das Besondere am Freiburger Arboretum ist sein Aufbau. Normalerweise handelt es sich bei einem Arboretum um den Teil eines botanischen Gartens mit Bäumen. In Freiburg ist es mit seinen Exoten direkt in einen normalen Wald integriert. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort "arbor" für Baum ab.

Seit Freitag gehören einige neue kleine Bäumchen dazu. Die 18 gepflanzten Eichenarten stammen aus Asien, Europa und Nordamerika. Sie zeigten, wie vielfältig allein eine Gattung ist, sagt die Leiterin des Forstamtes Freiburg, Nicole Schmalfuß. "Wenn man sie auf einer Fläche zusammenführt, sieht man, dass es nicht die Eiche gibt." Anlass der Pflanzaktion ist der Rückzug von Hubertus Nimsch. Der langjährige Revierförster, bereits seit 2002 offiziell im Ruhestand, strukturierte die bestehende Baumsammlung, erweiterte sie maßgeblich und war der Initiator des vor knapp 30 Jahren eröffneten Arboretums.

"In ganz großem Umfang ist das Ihr Verdienst, Herr Nimsch", würdigt Nicole Schmalfuß das Engagement des Dendrologen. Hubertus Nimsch ist inzwischen 81 Jahre alt. Daher möchte er sich zurückziehen – und das auf ordentliche Weise mit einer Pflanzung. "Es waren mehrere Gesichtspunkte, die zusammengepasst haben", sagt Nimsch. So habe es eine freie Fläche gegeben und er habe in seinem Gewächshaus einige Pflanzen gehabt. Deshalb konnten nun die unterschiedlichen Eichen eingesetzt werden.

Grundsätzlich sieht Nimsch die Aufgabe des Arboretums nicht nur im Sammeln von exotischen Baumarten: "Der Schwerpunkt liegt bei den Erhaltungsmaßnahmen und dem Schutz bedrohter Pflanzen", so der 81-Jährige. Die neuen Eichsorten sind allerdings nicht bedroht, beleben aber eine freie Fläche nun neu.

Beim Erhalt und der Pflege des Arboretums spielt außerdem das Engagement von ehrenamtlichen Helfern eine große und wichtige Rolle. Unter anderem halfen Mitglieder des Ortsvereins Günterstal beim Einpflanzen der Eichen. So auch Gerd Nostadt, der Vorsitzende des Vereins. Er ist fasziniert vom Arboretum: "Es ist unergründlich und man sieht tausende von Sachen." Günterstal und der Stadtwald seien das Naherholungsgebiet Freiburgs, sagt Nostadt.

Nicole Schmalfuß hätte Hubertus Nimsch anlässlich seines Rückzugs als Dank gerne einen Baum überreicht, den er noch nicht hat. Da das jedoch aussichtslos gewesen sei, so Schmalfuß, überreichte sie ihm eine Flasche Rotwein – dafür gereift in Eichenfässern.