Stadtentwicklung

Im Quartier Breisacher Hof sollen 60 neue Wohnungen gebaut werden

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Sa, 18. März 2017

Freiburg

Wie geht’s weiter im Quartier Breisacher Hof in Mooswald? Seit vielen Jahren wurden Pläne gemacht und verworfen, immer wieder gab’s Protest, vor allem gegen den Wegfall des Bolzplatzes am Jugendzentrum. Dennoch beschloss der Gemeinderat, den Bolzplatz zu bebauen.

Gestern präsentierten der Baubürgermeister Martin Haag und die Freiburger Stadtbau die Pläne, die 60 sozial geförderte Mietwohnungen vorsehen – dahinter steht eine Kombination aus zwei der fünf beim Architektenwettbewerb eingereichten Entwürfe.

Für Martin Haag ist klar: "Wir haben ein gutes Ende für eine lange Geschichte gefunden." Das Quartier des Breisacher Hofs sei ein ganz besonderes, stark geprägt von seiner Geschichte – die begonnen hatte, als dort vor dem Ersten Weltkrieg Artilleriekasernen entstanden, die später zu günstigen Wohnungen umgebaut wurden. Besonders sei es auch wegen seiner Bewohnerinnen und Bewohner, die sich sehr stark mit ihrem Quartier identifizieren würden, und wegen der Sozial- und Jugendeinrichtungen.

Darum seien in der zwölfköpfigen Jury, die über die Konzepte der Architekten entschied, neben den Planern auch je ein Vertreter des Jugend- und Sozialzentrums, des Bürgervereins und der Bewohner einbezogen gewesen. Zwar gab’s keinen Vorschlag, der die Jury in allen Punkten überzeugte, doch dafür sei eine Kombination aus zwei Entwürfen auf breiten Konsens gestoßen.

Die Konzepte werden vom kommenden Montagmittag bis zum Freitag, 24. März , im zweiten Geschoss des Technischen Rathauses ausgestellt, kündigt Magdalena Szablewska an, die technische Geschäftsführerin der Freiburger Stadtbau. Geplant ist Folgendes: 60 Wohnungen sollen auf insgesamt 4400 Quadratmetern entstehen, die meisten sollen sich an der alten Kasernenbebauung orientieren, sagt der Juryvorsitzende Sebastian Zoeppritz. Der Bolzplatz werde mit einem deutlich höheren, achtstöckigen Gebäude bebaut, das als "Signal" auffalle.

Diese Idee stammt vom Architektenbüro "bhk" in Saarlouis. Nicht übernommen wird dessen Vorschlag, das Jugend- und Sozialzentrum abzureißen und neu zu errichten sowie einen öffentlichen Platz als Stadtteilzentrum zu planen. Für den Abriss und Neubau sei kein Geld da, deshalb sei er "nicht angemessen", den öffentlichen Platz finde man "nicht notwendig", sagt Sebastian Zoeppritz. Stattdessen habe man einen Teil aus dem Entwurf des Architektenbüros "Dörr & Irrgang" in Au übernommen: Dabei wird das Jugend- und Sozialzentrum erhalten. Darum herum wird ein neuer Flachbau gebaut, wo unter anderem eine Kita mit vier Gruppen eingerichtet werden soll.

Die Bewohner der 60 neuen Wohnungen sollen vor dem Lärm aus der Kita und dem Jugendzentrum durch einen Innenhof geschützt werden. So könne am meisten vom derzeitigen grünen Innenbereich bewahrt werden, sagt Martin Haag. Für den Bolzplatz allerdings gibt’s keinen Ersatz, obwohl die Zahl der Kinder und Jugendlichen in der gesamten Umgebung derzeit stark zunimmt. Ein Bolzplatz am Eisstadion sei 250 Meter entfernt, sagt Martin Haag, und Ballspielen sei auch im Innenhof möglich.

Der Bau der Wohnungen soll Ende 2018 beginnen, bis zum Jahr 2020 sollen sie bezugsfertig sein, sagt Magdalena Szablewska. Genaue Pläne gibt’s noch nicht, vorgesehen seien Ein – bis Vier- oder Fünfzimmerwohnungen, für Jüngere, Ältere und Familien. Sämtliche Wohnungen sollen sozial geförderte Mietwohnungen sein und bezahlbare Mieten bieten. Wie viel die Freiburger Stadtbau für das Projekt investieren werde, sei noch unklar, das stelle sich 2018 heraus.