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17. Juli 2009

75 000 Euro Preisgeld für Weingarten-West

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee zeichnet Sanierungskonzept der Stadtbau aus / Sanierungsbeirat für Senkung der Mieten

Viel Kritik hat die Freiburger Stadtbau zuletzt für ihre Mieterpolitik einstecken müssen. Jetzt gab’s Lob von höchster Stelle: Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee hat die städtische Wohnungsgesellschaft am Mittwoch für ihr Sanierungskonzept Weingarten-West ausgezeichnet. Bei dem Wettbewerb "Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen" hat die Stadtbau als eine von zehn Preisträgern der Kategorie "Silber" 75 000 Euro gewonnen. "Gold" (und jeweils 100 000 Euro) erhielten Siedlungen in fünf anderen deutschen Städten.

"Das war wie bei der Oscarverleihung", berichtet Ralf Klausmann, Geschäftsführer der Stadtbau. Zusammen mit Renate Bräu, der Projektleiterin von Weingarten-West und dem technischen Leiter Manfred Börsig war er am Mittwoch nach Berlin gereist, ohne zu wissen, ob er einen Preis mit nach Hause nehmen würde. Im Umweltforum der Hauptstadt habe der Bauminister dann nur "den Goldjungs" persönlich gratuliert. Die Freiburger nahmen ihre Urkunde von Franz-Georg Rips, dem Präsidenten des Deutschen Mieterbundes, entgegen. Wofür die Stadtbau die 75 000 Euro verwenden wird, steht noch nicht fest. "Das Geld fließt auf jeden Fall nach Weingarten-West", sagt Klausmann. Konzepte eingereicht hatten bei dem Wettbewerb 76 deutsche Städte, 34 wurden ausgezeichnet.

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Erstmals hatte das Bauministerium energetische Sanierungs- und Entwicklungskonzepte für sogenannte Großwohnsiedlungen mit mehr als 1000 Wohneinheiten in den Blick genommen. In Weingarten-West saniert die Stadtbau seit 2007 insgesamt 2026 Wohneinheiten in Hochhäusern in der Bugginger Straße, im Binzengrün, der Sulzburger Straße, im Hügelheimer- sowie im Auggener Weg. Bis 2017 sollen dorthin insgesamt 114 Millionen Euro fließen. Klausmann: "Ich denke, dass wir ausgezeichnet wurden, weil wir nicht nur den Energieaspekt im Auge haben, sondern auch das generationsübergreifende Wohnen. Und wir haben die Menschen vor Ort eingebunden."

So gibt es in Weingarten-West einen Sanierungsbeirat, in dem Vertreter der Bewohner, der Gemeinderatsfraktionen und von örtlichen Institutionen sitzen. "Wir können Empfehlungen aussprechen und deutlich unsere Meinung sagen", beschreibt Quartiersarbeiterin Christel Werb die Bedeutung des Gremiums. Von dem Preis erfuhr sie gestern von der BZ: "Wir freuen uns über alles, was die Kosten senkt", sagte Werb. Sie hat auch schon Ideen, wohin das Preisgeld fließen könnte. Zum Beispiel in den Umbau des Erdgeschosses der Bugginger Straße 50 zum Sozialtrakt, der 110 000 Euro kosten soll. Dann könnten die Mieten für die dort geplanten barrierefreien Wohnungen niedriger ausfallen. Erst diese Woche hatte der Gemeinderat entschieden, dass die Mieten in dem künftigen Passivhochhaus weiter steigen werden als geplant.

Autor: Heike Spannagel