Alles eine Frage der richtigen Technik

Petra Völzing

Von Petra Völzing

Mo, 22. Juli 2013

Freiburg

"Badenova bewegt" findet Zuspruch bei Kindern und Erwachsenen / Adolf-Reichwein-Schule vorn.

Die Sonne brennt am Samstagmorgen im Stadion am Seepark. Die Karategruppe ficht das nicht an. Die Karatekas vollführen ruhig und synchron ihre fließenden Bewegungsabläufe. Ein schönes Bild. Auch sonst geht es auf dem Platz recht beschaulich zu. "Gestern sah das ganz anders aus", sagt Organisator Jens Hoffmann. Da bevölkerten 2500 Schülerinnen und Schüler von zwölf Freiburger Schulen den Platz. An 35 Stationen boten Vereine und andere Anbieter ganz unterschiedliche Sportarten an. Wer etwas ausprobiert, erhält dafür Punkte. Die Schule mit den meisten Punkten wird zur sportlichsten Schule Freiburgs gekürt und erhält 300 Euro Preisgeld. "Badenova bewegt" gibt es seit 2006, die Teilnehmerzahl gestern war ein absoluter Rekord", so Hoffmann.

Aber auch am Familien-Samstag tummeln sich einige Kinder an den Stationen. Vielen geht es vor allem darum, Sportarten auszuprobieren, die sie in der Schule oder im Verein eher nicht machen. Auch Nikolas Pfanner (10) betreibt sportliche Horizonterweiterung. Besonders viel Spaß macht ihm das Stand-up-Paddling, das in diesem Rahmen zum ersten Mal angeboten wird. Nikolas macht schon zum zweiten Mal mit. Im Neoprenanzug kniet er sich zunächst auf das breite Brett und paddelt auf den Flückigersee hinaus. Dann stellt er sich vorsichtig hin und dreht souverän seine Runde. "In Deutschland ist das eine relativ neue Sportart", sagt Benjamin Heer vom Aloha Center, das Stand-up-Paddling-Kurse anbietet. Die Idee stamme von polynesischen Fischern, die auf diese Weise auf Fischfang gehen.

Auch Demi Phom (9) findet das Paddeln cool. Innerhalb einer Stunde hat sie schon elf verschiedene Sportarten ausprobiert. Der Fightclub mit Kickboxen und Liegestützen macht ihr zwar auch Spaß, aber das Stand-up-Paddling ist schon die größere Herausforderung.

Unsportliche Erwachsene haben bei der Veranstaltung immerhin die Chance, ihr sportliches Wissen zu erweitern. Wer immer schon die Baseballregeln verstehen wollte, ist bei Quocy Long vom Baseballverein Freiburg Knights richtig. Der Chinese ist Schiedsrichter beim Deutschen Baseball Verband. Er weiß alles über angetäuschte Würfe, Schlagtechnik und wer wann und warum ausscheidet. Zudem erfährt man, dass nur die absoluten Spielerstars einen Home Run schaffen können. "Bei Baseballspielen in Deutschland kommt das eigentlich nie vor", sagt er lächelnd. Nikolas möchte allerdings in erster Linie ein paar Bälle schlagen. Long setzt ihm einen Helm auf, gibt ihm einen Schläger und zeigt ihm den Bewegungsablauf. Die ersten zwei Bälle sind etwas schwierig, aber dann geht es. Der Viertklässler will aber eher nicht mit dem Baseball Spielen anfangen: "Ich spiele schon Fußball und Tennis, noch ein Sport wäre ein bisschen viel", sagt er.

Nach aufwändiger Auszählung steht am Ende fest: Sportlichste Schule ist in diesem Jahr das Wentzinger Gymnasium. Die Adolf-Reichwein-Schule in Weingarten, die in den vergangenen zwei Jahren gewonnen hat, landet auf Platz zwei. Den dritten Platz belegt die Emil-Gött-Schule in Zähringen.