Polit-Parade

Am Samstag wird bei der Christopher-Street-Day-Parade in Freiburg gefeiert und demonstriert

Gina Kutkat

Von Gina Kutkat

Do, 29. Juni 2017 um 10:37 Uhr

Freiburg

Das Timing könnte nicht besser sein: Sollte am Freitag der Bundestag über die Ehe für alle abstimmen, gibt es für die Teilnehmer des Freiburger CSD am Samstag einen weiteren Grund zu feiern.

Für Vielfalt und Akzeptanz – gegen Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung: Am Samstag findet der CSD Freiburg in kompakter Form statt. Kern der Polit-Veranstaltung, die an den Homosexuellenaufstand von 1969 in der New Yorker Christopher Street erinnert, ist die bunte Parade durch die Stadt – und das möglicherweise am Tag, nachdem Deutschland die gleichberechtigte Ehe bekommt.

Party und Politik

"Wenn es wirklich passiert, ist es ein Schritt in die richtige Richtung, der uns sehr freuen wird. Wobei das Modell der Ehe unserer Meinung nach nicht zeitgemäß ist, es braucht neue Konzepte", sagt Ronny Pfreundschuh vom CSD-Verein. Zusammen mit einem etwa zehnköpfigen Team hat er den CSD-Freiburg organisiert, eine Veranstaltung, der sich diesmal den Kampf gegen den gesellschaftlichen Rückschritt vorgenommen hat. "Es läuft grundsätzlich etwas schief", sagt Christian Kröper, ebenfalls im Organisationsteam. "Die gesellschaftliche Mitte befindet sich auf dem Rückzug in den Konservatismus."



Unter dem Motto "Erfrischend un(d)beliebt" versammeln sich am Samstag Schwule, Lesben, Transgender und alle anderen Unterstützer zur CSD-Parade, um ein Fest für Gleichstellung und Akzeptanz zu feiern. Los geht’s um 15 Uhr in der Werthmannstraße: Etwa 15 Wagen und ebenso viele Fußgruppen werden beim Straßenumzug auf der rund 5 Kilometer langen Strecke starten. starten. Die Drag-Queens Betty BBQ und Martha Magnum haben einen Truck, außerdem sind Partyveranstalter sowie queere, feministische und politische Gruppen dabei – plus Feiernde und Unterstützer.



"Wir rechnen bei gutem Wetter mit mehr als 5000 Leuten", sagt Kröper. Der Umzug führt über Holzmarkt zum Schlossbergring und dann zurück in Richtung Stühlinger. "Mit der Route sind wir etwas unglücklich, aber wir werden das Beste draus machen", so Kröper. Die Parade endet auf dem Stühlinger Kirchplatz, wo es mit Kundgebungen, Bands und DJs weitergeht. Danach wird im Crash und der Mensabar gefeiert.