Heiraten

Auf der Hochzeitsmesse "Trau" wurden die Trends der Branche vorgestellt

Claudia Förster

Von Claudia Förster

Di, 15. Januar 2019 um 11:05 Uhr

Freiburg

Durchsichtige Stoffe in blassen Farben gehören zu den Trends, die am Wochenende auf der Hochzeitsmesse "Trau" in der Messe Freiburg vorgestellt wurden. Hochzeitspaare hatten die Qual der Wahl.

"Für Eure Freudentränen" steht in schwungvollen Lettern auf einer Pappbanderole, in der ein Taschentuch steckt. Daneben gibt es ein Dutzend Varianten von Ballonflugkarten und signierte Kofferanhänger für Frischvermählte. Oder darf es doch die Innovation zur Haarentfernung sein, damit die Arme der Braut bei der Trauung streichelzart aussehen? Die neuesten Trends in Sachen Hochzeitsplanung wurden am Wochenende auf der jährlichen Hochzeitsmesse "Trau" präsentiert. Mehr als 180 Aussteller gaben Einblicke in ihre Produktpalette.

Eine mobile Patisserie verteilt Hochzeitstorten-Häppchen, ein Radfahrer kutschiert Verlobte mit seiner Schwarzwald-Rikscha durch die Gänge. Bei der Fotobox lassen sich lustige Schnappschüsse machen und ausdrucken, nebenan gibt es Likörverköstigungen. Überall probieren junge Frauen blütenweiße Kleider an oder lassen sich aufwendig frisieren, Paare inspizieren Trauringe oder stöbern im Portfolio der Fotografen. Für viele zukünftige Eheleute, Familien und Trauzeugen ist die "Trau" die perfekte Gelegenheit, sich einen Eindruck von der hiesigen Heiratsbranche zu verschaffen.

Paare auf der Suche nach Dienstleistern

Corinna Herzog und Thomas Thaumüller sind dazu extra aus der Schweiz angereist und übernachten zwischen den beiden Messetagen in Freiburg. "Die Messe hilft uns dabei, lokale Anbieter zu finden und auszuwählen", sagt Thomas Thaumüller, "klar könnten wir im Internet nach Fotografen suchen, aber es ist etwas anderes, die Menschen dahinter persönlich kennenzulernen. Schließlich will ich bei meiner Hochzeit nicht den ganzen Tag von jemandem umgeben sein, den ich nicht sympathisch finde." Auch dass den ganzen Tag über Bands und Solokünstler Kostproben ihrer Musik geben, helfe bei der Auswahl passender Musiker für die Feier. Anstrengend sei es nicht, das ganze Wochenende in der Ausstellungshalle zu verbringen.

"Bisher haben wir hier alles gefunden, was wir uns vorgestellt haben." Thomas Thaumüller
"Das Ambiente ist sehr angenehm, die Aussteller sind nicht aufdringlich und behandeln uns sehr respektvoll", sagt Thaumüller. Seine zukünftige Frau ist zufrieden: "Bisher haben wir hier alles gefunden, was wir uns vorgestellt haben". Auch Nadine Werz, die am Samstag mit ihrer Mutter und einer Freundin auf der Messe nach einem Brautkleid gesucht hat, ist fündig geworden.

Dreimal täglich präsentieren Modehäuser die aktuelle Hochzeitsmode auf den Modenschauen. "Das Neueste vom Neuesten der Brautmode sind Kleider aus transparenten Stoffen in blassen Farben: Sand, Creme, Hellrosa", erklärt Teresa Di Giacomo, Besitzerin des Brautmodengeschäfts A.T. Moda Sposa. Nachdem in den vergangenen Jahren der Bohemian-Stil den Ton angab, werde es nun wieder glamouröser und glitzernder.

Einen Aufschwung erleben freie Trauungen, also Zeremonien, die auf einen strengen Rahmen verzichten: Die Trauung kann zum Beispiel im Wald stattfinden oder auf einem Boot.

Auch ökologische korrektes Heiraten" kommt in Mode

Dass dieses Format immer beliebter wird, liege einerseits am wachsenden Bedürfnis nach Individualität, andererseits am schwindenden Einfluss strenger Eltern, erklärt Hochzeitsplanerin Rosa Saar von "Herzblick". "Vor zehn Jahren waren Hochzeiten noch anders. Heute werden sie zu einem Event, bei dem es immer mehr Rahmenprogramm und Details zu gestalten gibt", sagt Saar. Sie hat sich darauf spezialisiert, dieses besonders nachhaltig und ökologisch zu gestalten.

Gemeinsam mit ihrem Pool an Partnerfirmen hat sie bei der Messe eine "Green Wedding Area" gestaltet – ein Highlight, das es bisher auf keiner anderen Hochzeitsmesse gebe. "Green Wedding" ist der Ausdruck für nachhaltig gestaltete Hochzeiten. "Das heißt keineswegs, dass es eine verstaubte Öko-Hochzeit wird – Green Wedding kann durchaus modern oder prunkvoll sein". In der Planungsphase lege sie allen Paaren das Green Wedding nahe und kläre sie über nachhaltige Alternativen für verschwenderische Elemente auf. Ein Klassiker: Auf Plastikluftballons und Tauben verzichten, stattdessen Seifenblasen versprühen. Saar empfiehlt regionale und saisonale Blumen sowie Zutaten für das Hochzeitsmenü, ebenso könne man europäische, handgefertigte Mode wählen. Auf der Messe laufe es gut mit der Green Wedding Area, sagt Saar. "Ich sehe Freiburg als Green City, und auch das Interesse am nachhaltigen Heiraten ist groß – ohnehin ein längst überfälliges Thema".

Rund 7800 Interessierte seien in den beiden Tagen zur Hochzeitsmesse bekommen, zieht Frank Schumacher von der Agentur Livetime, die die Messe organisiert hat, kurz vor deren Ende Bilanz. Die Besucherzahl sei damit im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Die Aussteller seien dennoch zufrieden, da der Umsatz gehalten werden konnte.