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19. Juni 2016 12:16 Uhr

Freizeit

Bei den Tagen der offenen Hangartore vergeht die Zeit wie im Flug

Die Faszination des Fliegens kann man noch an diesem Sonntag auf dem Freiburger Flugplatz erleben. Wer will, kann auch in die Luft gehen. So wie unsere Autorin.

  1. Interessierte Besucher beim Tag der offenen Hangartore auf dem Freiburger Flugplatz Foto: Rita Eggstein

Die Bürgerinitiative "Pro Flugplatz" organisiert die Tage der offenen Tür am Wochenende. Vereine und Unternehmen, die den Flugplatz nutzen, machen mit. Die Menschen aus Freiburg und der Umgebung nutzten die Gelegenheit zum Blick hinter die Kulissen und in die Flugzeuge.

Man muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen, um mit einem Piloten in ein Motor- oder Segelflugzeug steigen zu dürfen. Bei der Akademischen Fliegergruppe Freiburg etwa kosten 20 Minuten in der Luft 50 Euro. Und es braucht für so manchen auch ein wenig Mut. Doch Hobbyflieger Gerhard Lehmann, der die DA 20 Katana, ein zweisitziges Motor-Leichtflugzeug, steuern wird, vermittelt sofort das Gefühl, bei ihm gut aufgehoben zu sein. Nach dem Anschnallen prüft der 64-Jährige mit der Checkliste in der Hand sämtliche Einstellungen der Maschine. Erst dann rollt Gerhard Lehmann zur Startbahn. Übers Headset kommt nach kurzer Wartezeit die Genehmigung zum Abheben.

Ja, und dann ist man in der Luft, bestaunt die immer kleiner werdende Gebäude von Freiburg. Und man versteht auf einmal Liedermacher Reinhard Mey, der von den Gefühlen "Über den Wolken" gesungen hat. Gerhard Lehmann hat die Leidenschaft fürs Fliegen schon in jungen Jahren gepackt; verwirklicht hat er seinen Traum, als er 1986 seine Flugausbildung begann. Der Ingenieur verbringt inzwischen rund 50 Stunden pro Jahr in der Luft – und das nicht nur in der Region. "Mein weitester Flug ging bis nach Marrakesch", erzählt er, die Hand lässig am Steuerknüppel.

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Die Zeit vergeht – natürlich – wie im Flug. Schon holt Gerhard Lehmann über Funk die Landeerlaubnis ein. Beinahe sanft setzt er die Maschine wieder auf festen Boden. Ein echter Routinier. Doch auch er hat sich seine Sporen erst verdienen müssen. Um den Segel- oder Motorflugschein zu erwerben, braucht es eine intensive Ausbildung in Theorie und Praxis. Zwei Jahre dauert sie bei der Akademischen Fliegergruppe, dort arbeiten alle Fluglehrer, unter ihnen auch Lehmann, ehrenamtlich. Für die Ausbildung zum Anleiter muss man sich nochmals weiterbilden. Christoph Maschowski tut dies gerade. "Fliegerische und didaktische Kenntnisse" müsse er erwerben, so der 33-Jährige. Maschowski hat schon mit 14 mit dem Fliegen angefangen.

Das tolle Hobby ist nicht ganz billig. Mehrere tausend Euro kostet ein Flugschein. Die Fliegerei also ein Traum für wenige? Christoph Maschowski widerspricht. In der Fliegergruppe seien unterschiedlichste Berufe vertreten, so der Webentwickler. Und er selbst habe sich etwa die Flugausbildung in den ersten Jahren mit Zeitungenaustragen finanziert.

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Autor: bgr