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04. Februar 2009
Bei kleineren Wohnungen stiegen die Mieten nur wenig
Ergebnisse der Stichprobenerhebung vorgelegt: Am Dienstag entscheidet der Gemeinderat über Fortschreibung des Mietspiegels
Nächsten Dienstag wird der Gemeinderat über die Fortschreibung des Mietspiegels entscheiden – immer ein heißes Eisen. Zuletzt hatte die Bürgervertretung im November vergangenen Jahres darüber diskutiert, ob der Mietspiegel auf Grundlage des Verbraucherindex oder mittels einer Stichprobenerhebung fortgeschrieben werden solle (die BZ berichtete). Beschlossen worden war, die Stichprobenerhebung zu wählen. Nun, kurz vor der endgültigen Fortschreibung, legte die Stadtverwaltung die Ergebnisse dieser Erhebung vor.
Danach ergab sich durch die Stichprobenerhebung eine durchschnittliche Mietpreissteigerung von 3,3 Prozent für die vergangenen zwei Jahre. Dieses Ergebnis, so Bürgermeister Otto Neideck, sei ein ganzes Stück niedriger als die 5,21 Prozent, die der Verbraucherindex im gleichen Zeitraum gestiegen ist. Deshalb schlägt das Bürgermeisteramt dem Gemeinderat die Fortschreibung auf Grundlage der Stichprobenerhebung vor. Eine repräsentative Stichprobenerhebung hatten in der Diskussion auch SPD-Fraktion, Unabhängige Listen und Grüne Alternative Freiburg gefordert.
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Für diese Erhebung hatte das EMA-Institut, das auch den Mietspiegel erstellt hatte, insgesamt 3500 Mieterinnen und Mieter nach der tatsächlich gezahlten Kaltmiete für ihren Wohnraum befragt. "Wir hatten 35 Prozent Rücklauf, das sind 1063 Haushalte. Ein sehr gutes Ergebnis, besonders für die Vorweihnachtszeit, die eine schwierige Erhebungszeit ist", so Institutsleiter Bernhard Schmidt. Bereits 700 Haushalte hätten aus statistischer Sicht als Datengrundlage gereicht.
Wie Bruno Gramich, der stellvertretende Leiter des Amtes für Liegenschaften und Wohnungswesen, erklärte, seien die Mieten für Wohnungen bis rund 50 Quadratmeter um 4,1 bis 5,4 Prozent gestiegen. Auch bei Wohnungen von 90 bis 150 Quadratmetern stieg der Mietpreis um 4,8 bis 7,2 Prozent. Dagegen lagen die Mieterhöhungen von Wohnungen zwischen 51 und 89 Quadratmetern nur bei 0 bis 4,4 Prozent. Bei Wohnungsgrößen von 65 bis 77 Quadratmetern lagen die Mieterhöhungen unter einem Prozent.
Das heißt: Je größer die Wohnung, desto höher sind die Mieten gestiegen. Und: Bei der Mehrzahl der städtischen und Stadtbauwohnungen – das sind die typischen Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen zwischen 55 und 85 Quadratmetern – gab es laut Erhebung nur sehr moderate bis keine Preiserhöhungen. Die Stadt etwa besitzt 1368 Wohnungen, wovon 845 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen sind.
Neideck betonte, die Stichproben spiegelten die tatsächliche Miethöhe besser wider als der Preisindex. Beim Verbraucherpreisindex, der bundesweit gilt und eine Art Warenkorb ist, sind die Wohnungskosten nur mit 20 Prozent berücksichtigt. Außerdem hat er keinen regionalen Aspekt – wenn also in Freiburg die Mietkosten höher sind als in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, spielt das keine Rolle. "Deshalb ist der Index von der Genauigkeit her untragbar", so Bernhard Schmidt vom EMA-Institut.
Autor: Simone Lutz
