Einblicke

Beim Tag der offenen Hangartore kann der Traum vom Fliegen wahr werden

Judith Reinbold

Von Judith Reinbold

So, 25. Juni 2017 um 12:36 Uhr

Freiburg

Ob Segelfliegen, Fallschirmspringen oder Lebensrettung per Helikopter-Flug: Die Faszination am Fliegen eint alle Vereine, die sich am Sonntag noch bis 18 Uhr beim Freiburger "Tag der offenen Hangartore" präsentieren.

Auf dem Flugplatz im Freiburger Industriegebiet Nord stellen die Vereine sich und ihre Flugmaschinen vor, sorgen für die Unterhaltung der Kleinsten und Speis und Trank für alle. "Das Fliegen hat so viele Facetten", sagt Uwe Probst. Er ist im Verein Deutsche Experimentalflug Freiburg und fliegt regelmäßig mit seiner eigenen Maschine aus dem Jahr 1960. Damals sei es üblich gewesen, seine Flugzeuge noch selbst zu bauen, erklärt er – zwar mit Plänen von Konstrukteuren, doch jedes Teil musste selbst angefertigt werden. So war auch sein Flugzeug entstanden, bevor er es "fertig" gekauft hat. Und nun genießt er jede Minute in und um seine Maschine herum. "Man ist wie ein Raubvogel in der Atmosphäre", beschreibt er eines der Gefühle, die ihn seit Jahren für das Fliegen begeistern. Im selben Verein wie Uwe Probst ist auch Heinz Thoma, der sein Flugzeug tatsächlich selbst gebaut hat. Fünf Jahre Zeit hat ihn das gekostet. "Das ist mein Spaß Flugzeug", erklärt er. Und auch bei den Besuchern kommt sein kleines Ein-Mann-Flugzeug gut an. Neugierig wird Frage um Frage gestellt und ins Cockpit gelinst.

Viele Besucher sind junge Familien. Besonders bei ihnen ist der Helikopter der "DRF Luftrettung" besonders beliebt. Hier ist das Cockpit offen und jeder, der möchte, kann reinklettern, das Armaturenbrett begutachten und für einen Moment so tun, als würde er selbst den "Heli" steuern. Vor allem die Kleinsten sind davon begeistert. Ebenso begeistert sind viele Erwachsene vom Flugzeug-Grill: Hier wird in der Spitze des Flugzeugs gegrillt, wer möchte, darf sich auch hier ins Cockpit reinsetzen.

Ein Ziel eint die Vereine am Flugplatz: Sie wollen auf die gemeinsame Begeisterung des Fliegens aufmerksam machen und so für Nachwuchs in der Jugend sorgen.

Gerhard Lehmann, Vorstand der Akademischen Fliegergruppe Freiburg, hebt das Engagement der Jugendlichen im eigenen Verein hervor. "Bei uns lernen die Jugendlichen außer den technischen Einzelheiten auch, dass es sich lohnt, Zeit aufzuwenden und Disziplin zu haben – denn in der Luft ist man in einer anderen Welt". Norbert Weinhold ist Vorsitzender im "Breisgauverein für Segelflug" und erzählt vom interkulturellen Austausch mit anderen Ländern, vor allem mit Frankreich: "Unsere Fluglager sind immer sehr beliebt."

Die Betonung im Gespräch mit Vereinsmitgliedern liegt auf dem sozialen Engagement aller und der Bezahlbarkeit des Sports, anders als es die breite Bevölkerung vermute. So kostet am Tag der offenen Hangartore ein Fallschirmsprung zwar 200 Euro, ein 20-minütiger Flug im Helikopter 100 und 20 Minuten im Oldtimer sogar bis zu 380 Euro.

Doch dann kommt das große Aber: Nur 10 Euro koste es im Monat, Mitglied im Fallschirmsprung-Verein "Skyhigh" zu sein, mit insgesamt knapp 1000 Euro im Jahr müsse man beim Segelfliegen rechnen. Bezahlbar, finden die Verantwortlichen. Sie wolllen nach eigenem Bekunden zeigen, dass das Fliegen kein elitärer Sport ist, sondern damit auch "ganz normale Menschen" ihren Spaß haben können.