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21. Dezember 2012 15:40 Uhr

Held des Tages

Brand in Freiburger Heim: 16-Jähriger rettet Bewohner

Zimmerbrand wegen Zigarette: Feuerwehr muss 51 Bewohner, darunter 20 Kinder, evakuieren. Vier Frauen müssen ins Krankenhaus, eine wird reanimiert. 50.000 Euro Sachschaden.

  1. Brand in der Wiesentalstraße Foto: Michael Bamberger

Brand in der Unterkunft für Wohnungslose an der Wiesentalstraße: Am frühen Freitagmorgen kurz nach 3.30 Uhr brannte eine Wohnung im Erdgeschoss des Gebäudes Wiesentalstraße 21 aus.

Wegen der starken Rauchentwicklung mussten Feuerwehr und Polizei 51 Bewohner, darunter 20 Kinder, evakuieren. Vier Frauen mussten wegen des Rauchs ins Krankenhaus eingeliefert werden, eine davon wurde noch am Einsatzort reanimiert.

Die Feuerwehr war mit 39 Feuerwehrleuten und acht Fahrzeugen im Einsatz. Die Freiburger Verkehrs-AG stellte wegen der Kälte zwei Busse ab. Später konnten die meisten der Bewohner wieder in den ersten und zweiten Stock des Hauses einziehen, alle anderen kamen in der Notunterkunft Haslacher Straße oder bei Freunden unter.

Gegen 3.30 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden. Offenbar hatte sich eine betrunkene Bewohnerin der Unterkunft kurz vorher eine Zigarette geborgt und war einige Minuten später aus ihrem Zimmer gekommen: "Es brennt." Ihr Sofa war in Flammen aufgegangen. Ein 16-Jähriger, der das zufällig mitbekam, erfasste die Situation, zog die Frau auf den Flur, schloss die Tür, alarmierte erst Polizei und Feuerwehr und rannte dann durchs Haus und hämmerte an alle Türen.

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Dem Teenager ist es wohl vor allem zu verdanken, dass es nicht schlimmer kam. Werner Hein vom Amt für Wohnraumversorgung, der zum Brand geeilt war: "Er ist der Held der Nacht. Der Einsatzleiter sagte, zwei Minuten später, und es wäre kritisch geworden. Das war ganz nah an einer Katastrophe."

Alle Bewohner konnten das Haus rechtzeitig verlassen. Wegen der Kälte kamen zwei VAG-Busse, in denen die Bewohner erstmal ausruhen konnten. Später konnten sie in die oberen Stockwerke zurückkehren oder in die Notunterkunft in der Haslacher Straße. Das Erdgeschoss ist abgesperrt und versiegelt. Laut Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid wird der Sachschaden auf 50 000 Euro geschätzt. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Inzwischen sind zwei der verletzten Frauen wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die anderen beiden erhielten am Nachmittag Besuch von Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach und Werner Hein. Dieser hatte sich in der Nacht noch bei dem 16-Jährigen bedankt, der so geistesgegenwärtig reagiert hatte: "Wahrscheinlich hat er vielen Menschen das Leben gerettet." Die Stadtverwaltung wolle das Erdgeschoss des Heims so schnell wie möglich wieder bewohnbar machen, sagte Hein.

Autor: Simone Lutz