Ferienaktion

BZ-Leser erkunden den Heilpflanzengarten Achillea in St.Georgen

Christian Engel

Von Christian Engel

Mo, 06. August 2018 um 10:00 Uhr

Freiburg

Den Auftakt der BZ-Ferienaktion machte der Heilpflanzengarten Achillea. 40 Leser und Leserinnen der Badischen Zeitung kamen am Freitag um Geschichten rund um die heilende Wirkung der Pflanzen zu hören.

Bei den Rosmarin-Pflanzen bleibt der Tross eine ganze Weile stehen. Dafür gibt es drei gute Gründe, erstens: Dort bei den Sträuchern kann man schön im Schatten stehen, was bei Temperaturen um 35 Grad zwischendurch auch mal eine gute Idee ist. Zweitens: Der Duft von frischem Rosmarin ist – man kann es so sagen – betörend. Da hält man gerne zwei, drei Mal seine Nase hin. Und drittens: Marga Baldas-Posavac und ihr Mann Hans-Peter Posavac, die den Garten vor 15 Jahren angelegt haben und die Führung am Freitagnachmittag leiten, haben eine schöne Geschichte zu Rosmarin parat.

Der heilende Wirkung des Rosmarin

Die geht so: Es war einmal eine Königin von Ungarn (das Jahrhundert weiß Marga Baldas-Posavac auch nicht mehr so genau, spielt aber keine Rolle). Jedenfalls ist diese Königin schon 70 Jahre alt – und äußerst unzufrieden: Falten, weniger Energie, häufig krank, hier und da zwickt es. Sie probiert mit allen möglichen Mitteln, wieder zu Kräften zu kommen und jung zu sein: Aber nichts hilft. Bis ihr eines Tages jemand ein Getränk mixt, aus Rosmarin und Lavendel. Das wirkt so gut, dass sich kurz darauf der König von Polen in sie verliebt – ein Mann von 40 Jahren.

Ob die Geschichte genauso stattgefunden hat, ist nicht gewiss. Sicher ist allerdings die heilende Wirkung von Rosmarin. "Diese Pflanze tötet Bakterien, Viren und Pilze ab", sagt Marga Baldas-Posavac. Es sei gut für die Verdauung, helfe bei Blähungen. Ihr Tipp: Rosmarinnadeln kleinhacken, mit heißem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen – und fertig ist ein gesunder Tee, den man laut der Kräuterexpertin statt Kaffee trinken kann. "Wieder was gelernt", sagt eine Rentnerin aus St. Georgen. "Das probiere ich morgen doch gleich mal aus."

Den Garten spüren und hören

Anderthalb Stunden geht die Führung durch den 0,3 Hektar großen Heilpflanzengarten in St. Georgen. Da bleibt genug Zeit für jeden einzelnen Sinn ausgiebig aktiv zu werden. Wenn ein Zug vorbeirattert, die zwei mitgebrachten Hunde sich kabbeln oder die Experten ihre spannenden Geschichten erzählen, spitzen sich die Ohren. Wenn die Besucher eine Brennnessel streifen oder die Schweißperlen die Stirn hinablaufen, spürt sie für einen kurzen Moment einen leichten Schmerz oder die schwüle Hitze. Wenn sie über die sauber angelegten Beete blicken, erkennen sie, wie viel Arbeit die rund 130 Mitglieder des Vereins in den Garten gesteckt haben. Und die Nase ist bei all den zahlreichen Beeren, Blumen und Bächlein sowieso im Dauereinsatz.

"So bleibt man jung", eine 66-jährige BZ-Leserin über das Ferienprogramm
Fehlt noch der Geschmackssinn. Und der soll auch nicht zu kurz kommen. Aroniabeeren kennen die meisten Teilnehmer aus der Flasche, zum Saft gepresst. Solch eine Beere allerdings direkt vom Strauch abzuzupfen und zu probieren, das haben noch nicht so viele in ihrem Leben getan. Also lädt Hans-Peter Posavac dazu ein: Und die BZ-Leserinnen und -Leser greifen zu. "Nicht süß, nicht bitter", urteilt eine Leserin. "Seltsame Schale", sagt eine andere. "Nicht mein Ding", meint ein Mann und schaut angewidert. Jedenfalls ist der Geschmack einer puren Aroniabeere nun allen bekannt – und eine Frau gibt noch einen persönlichen Tipp mit auf den Weg: "Man kann daraus Marmelade machen. Schmeckt sensationell."

Eine 66-jährige BZ-Leserin aus dem Stadtteil Oberau ist nach der Führung hellauf begeistert. Es sei immer wieder fantastisch, Neues zu erfahren und neue Dinge auszuprobieren. "So bleibt man jung". Sie hat jedenfalls den Zeitplan der BZ-Ferienaktion am Kühlschrank befestigt und sich ihre Favoriten markiert. "Vier, fünf Sachen will ich besuchen", sagt sie. "Ich kann es kaum erwarten."

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