Christine Lempelius von der „Anthroposophischen Gesellschaft“ über den Festtag am Wochenende

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 20. September 2017

Freiburg

Mit künstlerischen und philosophischen Workshops, Kurzreferaten und Eurythmieaufführungen laden verschiedene Einrichtungen und Initiativen für Samstag zum Festtag „Mensch?! Vielfalt Anthroposophie in der Region Freiburg“ ein. Julia Schlagnitweit hat sich mit Mitveranstalterin Christine Lempelius unterhalten.

BZ: Anthroposophie ist vielleicht nicht allen ein Begriff – wie würden Sie die Idee knapp erklären?
Lempelius: Wörtlich übersetzt ist Anthroposophie die Weisheit vom Menschen. Sie versucht, den Blick auf den Menschen zu richten, wie er in inniger Verbindung ist mit der Welt als Ganzes. Der Mensch ist aber nicht nur ein materielles, sondern auch ein kosmisches Wesen, das gestalterisch in der Welt tätig wird. Alles hat auch einen geistigen Ursprung, wird hier im Leben aber praktisch. Dabei ist jeder Mensch ein individuelles, eigenes Wesen.
BZ: Waren Sie selbst auf einer Waldorfschule und, auch auf die Gefahr hin, ein Klischee zu bedienen: Haben Sie dort tatsächlich gelernt, Ihren Namen zu tanzen?
Lempelius: Das ist tatsächlich so eine typische klischeehafte Frage. Ich selbst war früher auch auf einer Waldorfschule und bin jetzt dort tätig. Zur Eurythmie: Das ist nicht nur ein Tanz, sondern macht Sprache sichtbar. Es gibt im Sprachstrom verschiedene Bewegungen, und die hat Rudolf Steiner in Gebärden gebracht. Die Schüler lernen aber nicht deshalb Eurythmie, um ihren Namen zu tanzen, sondern um sich selbst nicht nur als materielle Wesen zu erleben. Sie arbeitet mit den Lebenskräften und Empfindungen des Menschen und stärkt das Sozialverhalten und Vertrauen in einer Gemeinschaft.
BZ: Im Titel Ihrer Veranstaltung heißt es "Mensch?!", mit Fragezeichen. Was sind das für Zweifel, um die es Ihnen geht?
Lempelius: Wichtig ist erstmal, dass da auch ein Ausrufezeichen steht. Es geht um den Menschen in Bezug auf seine Umwelt, wie lange kann der Mensch noch so weiterleben, wenn er so weitermacht wie bisher. Genauso gilt das zum Beispiel auch für die Wirtschaft. Der Mensch ist aber auch der einzige, der überall, wo er handelt, etwas daran ändern kann.

Der Festtag beginnt am Freitag, 22. September, um 20 Uhr in der Freien Waldorfschule Freiburg St. Georgen (Bergiselstraße 11). Eintritt: 13 Euro, ermäßigt: 10 Euro, Schüler: 5 Euro. Am Samstag stellen sich von 11 – 22 Uhr in der Freien Waldorfschule Freiburg-Rieselfeld (Ingeborg-Drewitz-Allee 1) mehrere Einrichtungen und Initiativen vor. Es gibt ein Rahmenprogramm. Eintritt frei.