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17. Mai 2011

Schauinsland

Landschulheim „Luginsland“ wird saniert

Seit Jahrzehnten wurde am Landschulheim des Kepler-Gymnasiums nur das Nötigste gemacht, jetzt wird es saniert

  1. Das „Luginsland“ wird derzeit aufwändig hergerichtet, dazu gehört ein neues Dach. Foto: ingo schneider

  2. Unter den Schindeln kamen Zeitungen von 1942 zum Vorschein. Foto: Ingo Schneider

"Das ist eine Genugtuung." Gerhard Stühmer, pensionierter Lehrer des Kepler-Gymnasiums und im Verein Landheim Luginsland engagiert, ist begeistert: "Da geht einem das Herz auf." 30 Jahre lang wurde an dem 1923/24 errichteten und später erweiterten Landschulheimgebäude "Luginsland" an der Südwestseite des Schauinslands nur das Allernötigste gemacht. Jetzt endlich wird umfassend saniert. "Es gab einen Investitionsstau", räumt der Vereinsvorsitzende Peter Kuhn ein.

Der nach der Schneeschmelze im März begonnene Bauabschnitt eins dauert bis Juni und kostet den Trägerverein 550 000 Euro: Die Fassade des Gebäudes im Schwarzwaldhausstil bekommt eine komplett neue Wärmedämmung, eine neue Lüftungsanlage und neue Fenster, zudem wird das Dach neu gemacht. "Das Dach", sagt Stühmer, "war uns ein besonderer Dorn im Auge" – Architekt Martin Schrutka nennt seinen Zustand "katastrophal". Zeitweise habe man das Dach mit Planen abdecken müssen, nachdem es reingeregnet hatte, erzählt Stühmer.

Von der Fassade wurden sämtliche Holzschindeln entfernt. Darunter kam Kurioses zum Vorschein: Auf die Hauswand aufgeklebt waren großflächig Ausgaben der Zeitung "Der Alemanne" aus dem Jahr 1942 – warum sie da klebten, weiß Gerhard Stühmer nicht. Unklar ist noch, wie die neue Fassade gestaltet wird – zur Auswahl stehen eine traditionelle und eine moderne Variante aus Metall.

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Viel investiert wird in den Brandschutz, Trennwände wurden eingezogen, im ganzen Haus gibt es künftig eine Brandmeldeanlage und eine Sicherheitsbeleuchtung, das Haus erhält eine moderne Elektrik, zusätzliche sanitäre Anlagen, und auch ein Teil der Schlafräume wird neu gestaltet.

Weitere 200 000 Euro werden noch für einen zweiten Bauabschnitt im kommenden Jahr benötigt, zu dem der Einbau einer neuen Heizung, die Sanierung weiterer Schlaf- und Sanitärräume und des Tagesraums gehören. Bei der Neugestaltung der Schlafräume halfen übrigens Eltern und Schüler mit. Der Umbau erfolgt bei laufendem Betrieb. Nur von Ende März an war das Gebäude für vier Wochen geschlossen.

Da der Verein keine Rücklagen hat, Spenden und Mitgliedsbeiträge für große Investitionen nicht ausreichen und die Einnahmen durch Vermietungen bislang zu 90 Prozent für Energiekosten und kleine Reparaturen verbraucht wurden, war man auf eine Anschubfinanzierung angewiesen: So steuert der Badenova-Innovationsfonds zur energetischen Sanierung 180 000 Euro bei, dafür will der Verein ein pädagogisches Konzept zum Thema "moderne Haustechnik" entwickeln. Der Rest wird durch einen Kredit der staatlichen KfW-Bank finanziert. Fest steht: Das sanierte Haus wird nur noch 30 Prozent der jetzigen Energiekosten benötigen, Heizungs- und Stromverbrauch von jährlich 268 Kilowattstunden pro Quadratmeter auf 80 gesenkt.

Das Kepler-Gymnasium im Stadtteil Rieselfeld ist eines von nur drei Schulen in Baden-Württemberg, die sich noch ein eigenes Landschulheim leisten. Besitzer und Betreiber ist der 1920 gegründeten Landheimverein, dem derzeit um die 80 Mitglieder angehören. Im "Luginsland" gibt es 77 Schlafplätze, aufgeteilt auf unterschiedlich große Räume vom Einzel- bis zum 13-Betten-Zimmer.

Zuletzt lag die Auslastung nur bei 25 bis 30 Prozent. Ziel, sagt Kuhn, sei eine Steigerung auf 60 bis 70 Prozent. Das "Luginsland" wird hauptsächlich von den fünften bis neunten Klassen des Kepler-Gymnasiums gemietet, jede Klasse kommt einmal pro Schuljahr, im Schnitt für vier bis fünf Tage. "Das Landschulheim ist Teil des schulischen Konzepts" – vom Skifahren bis zur Theaterprobe, vom Englischintensiv- bis zum Abivorbereitungskurs sei dort alles möglich, sagt Kuhn. Denkbar sei auch, mehr an private Gruppen und Vereine zu vermieten. Es gibt eine Kooperation mit einem Gymnasium in Heidelberg und Gespräche über eine weitere Kooperation mit dem Wentzinger-Gymnasium.

Autor: Frank Zimmermann