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28. April 2011
Das erste Glockenläuten
Besonderes Ostergeschenk für die Christusgemeinde.
WIEHRE "Wenn im Turm die Glocken läuten, kann das vielerlei bedeuten." Erich Kästner wusste das. Aber ob er sich vorstellen konnte, was den Gemeindemitgliedern der Christuskirche am Sonntag der Klang ihrer Glocken bedeutet hat? Wohl kaum. Acht Jahre lang hat Stille geherrscht im Turm der Christuskirche. Nach langwierigen Sanierungsarbeiten und scheinbar endlosem Spendensammeln war der Klang der drei Glocken pünktlich zum Ostergottesdienst wieder zu hören.
Tom Lienhard hat es geschafft. Der Fünfjährige hat den eineinhalbstündigen Ostergottesdienst überstanden. Jetzt steht er vergnügt plappernd vor der Kirche zwischen den Erwachsenen, die sich auch vergnügt unterhalten, und macht mit den Armen vor, wie groß die Glocken in seiner Kirche sind. "Eigentlich haben die heute gar nicht zum ersten Mal geläutet", erzählt er. Tom Lienhard besucht den Christuskindergarten gegenüber der Kirche. Als am Donnerstag ein Testlauf mit den gerade aufgehängten Glocken stattfand, gab es für ihn kein Halten mehr. Zusammen mit seiner Kindergartengruppe hat er den Kirchturm erstürmt und war für ein paar Minuten ganz nah dran an dem ungewohnten Klang. "Schön und laut" sei es gewesen auf dem Balkon direkt unter den Glocken: "Vor allem schön."Werbung
Marion El Jouhari sieht das genauso. Gemeinsam mit ihren Schützlingen hat die Kindergärtnerin diesem Moment lange entgegengefiebert. "Es ist eine richtige Herzensfreude, dass es endlich geschafft ist", erzählt sie. Über Jahre hinweg hat sie sich zusammen mit den Kindern, Eltern und Mitarbeitern des Christuskindergartens immer wieder für den Glockenturm eingesetzt. Sie hat Basare veranstaltet, mit den Kindern Bilder gemalt, die zugunsten der Glocken verkauft wurden, und sie ist regelmäßig mit ihnen in den Kirchturm gegangen. Letzteres wird sie auch weiterhin tun, aber in Zukunft wird sie den Kindern nicht mehr drei Glocken auf einem Provisorium zeigen. Ab jetzt hängen sie am Glockenstuhl, so wie es sich gehört.
Autor: Veronika Keller
