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12. Oktober 2017

Das Freiburger Ökokonto ist leer

Für die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Umland bei Ausgleichsflächen fehlt das Konzept.

Die Stadt Freiburg und das Umland wollen stärker kooperieren, um Wachstumsboom und Wohnungsnot in der Region gemeinsam in den Griff zu bekommen. Eine Zusammenarbeit ist auch bei den ökologischen Ausgleichsflächen geplant, die für jedes Bauvorhaben nötig sind. Die Pilotprojekte für das neue SC-Stadion in Vogtsburg am Kaiserstuhl und im Gewerbepark Breisgau in Bremgarten (siehe Text oben) sollen nur der Anfang sein.

Bislang fehlt jedoch noch ein Konzept. Die Vereinbarungen zum ökologischen Ausgleich des SC-Stadions habe die Stadt Freiburg bilateral mit den betroffenen Gemeinden geschlossen, erklären Sabine Gunst und Björn Lindemann vom Freiburger Stadtplanungsamt. Fachlich sinnvoller wäre es jedoch, so sagt Klaus-Dieter Schulz vom Regionalverband Südlicher Oberrhein, die Ausgleichsflächen der verschiedenen Bauprojekte nicht einfach mit der Gießkanne über die gesamte Region zu verteilen, sondern sie zu bündeln: "Wir müssen weg vom Klein-Klein." Nur so entstünden zusammenhängende Naturräume, die einen ökologischen Mehrwert bedeuteten. Solche Gebiete ließen sich dann auch im Regionalplan fixieren, erklärt Schulz. Der Regionalplan steuert die gesamte Entwicklung am Oberrhein.

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Am konkretesten seien die Überlegungen für regionale Ausgleichsflächen bislang für Eingriffe in den Wald, sagt Klaus-Dieter Schulz. Hierzu liefen bereits Abstimmungen zwischen den verschiedenen Beteiligten, auch ein externes Fachbüro sei involviert. Noch nicht spruchreif ist indes die Überlegung für ein regionales "Ökokonto", erklärt Sabine Gunst. Dahinter steckt die Idee, dass die Gemeinden präventiv ökologische Verbesserungen umsetzen. Diese werden auf dem Ökokonto gutgeschrieben und dann bei späteren Bauprojekten eingesetzt.

Das Prinzip der Ökokonten hat der Gesetzgeber 2010 entwickelt, um das System von Eingriff und Ausgleich für Städte und Gemeinden praktikabler zu gestalten.

Bislang funktionieren Ökokonten jedoch selbst innerhalb einer Kommune kaum: Das Freiburger Ökokonto beispielsweise ist quasi leergefegt. Denn in der Praxis gibt es einen großen Nachteil: Die Gemeinden müssen in Vorleistung gehen und die ökologischen Aufwertungen zunächst selbst bezahlen. Erst später wird dann der Verursacher des Eingriffs zur Kasse gebeten.

Autor: jlb