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15. Januar 2009
Das Problem: niedrige Einkommen
Eine Studie zeigt: Die Freiburgerinnen und Freiburger geben durchschnittlich 44 Prozent ihres Einkommens für ihre Wohnungen aus
Sie hätten’s ja immer gewusst, werden viele sagen, wenn sie das Ergebnis einer Studie des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) sehen: Rund 44 Prozent seines Einkommens, steht da, gibt der Freiburger im Durchschnitt für seine Wohnung aus. Schuld an dieser furchteinflößenden Zahl haben aber nicht die Mieten, sondern die niedrigen Einkommen in der Breisgaumetropole.
In insgesamt 100 deutschen Städten hat der IVD das Durchschnittseinkommen der Durchschnittsmiete für eine 75-Quadratmeter-Wohnung gegenübergestellt. Mehr als ein Drittel ihres Haushaltsnettoeinkommens, nämlich 35 Prozent, geben die Deutschen im Schnitt für Miete und Betriebskosten aus. Dass Freiburg diesen Wert um fast zehn Prozent übertrifft, liegt am geringen durchschnittlichen verfügbaren Einkommen von 1609,63 Euro. "Und genau darauf wollten wir auch den Fokus richten", sagt Hugo Sprenker, Vizepräsident des IVD-Bundesverbandes und Freiburger Makler. Die Freiburger Mietpreise seien nicht horrend, sondern gemessen an Lage und Nachfrage durchaus vergleichbar mit denen ähnlich begehrter Städte.Während die Freiburger laut Statistik rund 540 Euro für ihre Wohnung ausgeben, sind die Kosten dafür in Esslingen (525 Euro) und Ludwigsburg (562,5 Euro) zwar etwa gleich hoch, dem stehen jedoch Durchschnittseinkommen von 2077,82 Euro beziehungsweise 1975,19 Euro gegenüber. In Konstanz und Stuttgart ist die Mietbelastung mit knapp 42 Prozent und 43,5 Prozent ähnlich hoch wie in Freiburg.
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30 000 Studenten auf 210 000 Einwohner, plus wenig Industrie, plus viele Pensionäre, die hier ihren Alterswohnsitz haben – alles Faktoren, die das Durchschnittseinkommen im gemeinhin als wohlhabend geltenden Freiburg drücken. Dennoch: Die Studie des IVD ist mit Vorsicht zu genießen, da weder Mieten noch Einkommen derart einfach pauschalisiert werden können. Es gibt viele Studenten und Geringverdiener, die mehr, und viele Besserverdiener, die weniger als die errechnete Mietbelastung tragen.
"Natürlich ist es größtenteils so, dass der prozentuale Anteil der Miete mit steigendem Einkommen sinkt", sagt Manfred Harner, Vorsitzender der Eigentümergemeinschaft "Haus und Grund". Doch selbst bei den Besserverdienenden gebe es eine Schmerzgrenze. "Auch Leute mit gutem Einkommen erreichen den Punkt, wo sie sagen: So viel darf eine Wohnung einfach nicht kosten." Dass die Mieten in der Region derzeit als besonders belastend empfunden werden, führt auch Harner darauf zurück, dass die Menschen in den vergangenen Jahren nicht mehr verdient haben, während die Lebenshaltungskosten allgemein gestiegen seien.
Die Studie zur Mietbelastung ist im Internet unter http://www.ivd.net zu finden.
Autor: Claudia Füßler
