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Der BZ-Fragebogen, ausgefüllt von Stefan Rotter

cfr

Von cfr

Do, 19. Oktober 2017

Freiburg

Verstehen, wie das Gehirn lernt, ist eines der Ziele von Stefan Rotter. Der 55-Jährige stammt aus der Oberpfalz, hat in Regensburg, Boston und Hamburg Mathe und Physik studiert und kam 1996 als wissenschaftlicher Assistent an die Universität Freiburg. Seit sieben Jahren steht der Neurowissenschaftler dem Bernstein Center Freiburg als Direktor vor. Rotter ist verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt mit seiner Familie in Gundelfingen.

Sie haben gerade gemeinsam mit Ihrem Kollegen Ad Aertsen eine Ringvorlesung zur Hirnforschung organisiert. Warum?
Damit haben wir quasi eine alte Tradition wiederbelebt. Wir wollen gerne viel Wissenschaft nach außen tragen, mit wissenschaftlichen Laien und Interessierten in die Diskussion kommen.

Ist die Materie dafür nicht zu komplex?
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es gut funktioniert, wenn man sich die Zeit zum Erklären nimmt. Und Hirnforschung betrifft ja jeden irgendwie. Der eine hat eine Oma, die an Alzheimer leidet, der andere würde gerne wissen, wie Angst im Gehirn entsteht, ein Dritter interessiert sich für biologisch inspirierte Computer.

Was wollten Sie als Kind werden?
Architekt. Später auch mal für eine Weile Tierarzt, der Beruf meines Vaters.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Ich mag den Goetheplatz, aber auch den neuen Platz der Alten Synagoge.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
"Primo Market" an der Bernhardstraße.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Altmodisches Kabarett und subversive Satire à la Dieter Hildebrand und Harald Schmidt.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Musik hören und selber machen.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
"Gute Ehen werden in der Hölle geschlossen – Das wilde Leben des Künstlerpaares Hugo Ball und Emmy Hennings zwischen Dadaismus und Glauben" von Alfred Sobel.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Am 1. Oktober, in der Basilika des Heiligen Antonius in Padua, Italien.

Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Vor ein paar Wochen in "Weit – Die Geschichte von einem Weg um die Welt".

Welche Musik hören Sie gerne?
Weltmusik und Jazz, zum Beispiel Renaud Garcia-Fons, aber auch Musik der Romantik und Neue Musik.

Was bringt Sie auf die Palme?
Rücksichtslose Choleriker und eingebildete Platzhirsche. Und ein zu lang gekochtes Frühstücksei.
Wovor haben Sie Angst?
Vor großer Höhe.

Was mögen Sie an sich selbst?
Meine (fast) unendliche Geduld.

Ihr größter Erfolg?
Zusammen mit meiner Frau Anna drei ausgeglichene und interessante Kinder großgezogen zu haben.

Mit wem würden Sie warum gern mal einen Tag lang tauschen?
Mit Renaud Garcia-Fons. So Kontrabass spielen zu können, das muss sein wie fliegen ...

Ihre Traum-Schlagzeile?
"Landkreisgrenze überwunden: Stadtbahn verlängert bis nach Gundelfingen."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Forschen nach Herzenslust und nie mehr Anträge schreiben müssen bis zur Rente.
Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten ...
... Pasta mit Walnüssen, Knoblauch und Rosmarin.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... muss viel Frustration aushalten können und darf nie lockerlassen. Unbedingte Unterstützung durch die Familie ist essentiell.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich Musik mache.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...
... mit dem Fahrrad über die Alpen fahren und mit meiner Band eine eigene CD produzieren.

Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich ...
... die Universität und ihre Studenten noch mehr als bisher in das städtische Leben mit einbeziehen.

"Wege zur Erforschung des Gehirns", Ringvorlesung, "Körperkontakt, Kitzel und Gehirn" am Montag, 23. Oktober, 19 Uhr, im großen Hörsaal der Biologie II/III, Schänzlestraße 1. Der Eintritt ist frei, die Vortragssprache ist Deutsch. Alle Termine: http://www.bcf.uni-freiburg.de/ringvorlesung