Sedanquartier

Der Kampf gegen Graffiti im Grün geht weiter

Johannes Tran

Von Johannes Tran

Mi, 24. Mai 2017 um 16:31 Uhr

Freiburg

Ein Tag reichte nicht aus: Weil sie bei einem Anti-Graffiti-Tag vor eineinhalb Wochen nicht fertig wurden, waren Maler erneut im Grün im Einsatz. Ihre Bilanz: 35 frisch gestrichene Häuser.

Der Anti-Graffiti-Aktionstag im Innenstadtquartier "Im Grün" hat am Dienstagnachmittag seinen Abschluss gefunden. Knapp zwanzig Malerinnen und Maler entfernten ehrenamtlich Schmierereien an neun Häusern, die aus Zeitgründen am ursprünglichen Aktionstag vor eineinhalb Wochen nicht überstrichen worden waren. Damit wurden im Rahmen des 13. Aktionstags, der maßgeblich vom Verein "Sicheres Freiburg" und dem Lokalverein Innenstadt organisiert worden war, insgesamt 35 Häuser von unerwünschten Graffiti gesäubert.

Die Initiatoren sind ernüchtert von den erneuten Schmierereien – und trotzig

Der Optimismus, der beim ersten Durchlauf dieses Aktionstags noch in der Luft lag, war nun dem Trotz gewichen – stand der Abschluss doch unter dem Eindruck neuer Schmierereien. Unbekannte hatten in der Nacht nach der ersten Reinigungsaktion zahlreiche Häuser erneut besprüht.

"Uns war sofort klar: Wir machen weiter." Gerhard Heiner, Lokalverein Innenstadt
Ihr provokanter Schriftzug: "Nix is’ sicher im Leben." Die Ernüchterung saß tief bei allen Beteiligten. "Wir waren schockiert und frustriert", sagte Gerhard Heiner, der stellvertretende Vorsitzende des Lokalvereins Innenstadt. Doch aufzugeben kam für die Organisatoren nicht in Frage. "Uns war sofort klar: Wir machen weiter", so Heiner – allen widrigen Umständen zum Trotz.

Wie lange werden die neuen Anstriche halten?

Mittlerweile haben alle Hauseigentümer, deren Wände in der besagten Nacht besprüht worden waren, Anzeige erstattet und damit den Weg für eine erneute Übermalung freigemacht. Das nahmen sich die Maler am Dienstag zu Herzen und entfernten zum Abschluss des Nachmittags die frischen Schmierereien. Wie lange aber werden sich die Bewohner über diesen ungewohnten Anblick freuen können? Es würde ihn nicht wundern, wenn in den nächsten Nächten wieder neue Graffiti hinzukämen, sagte Gerhard Heiner vom Lokalverein. Optimismus klingt anders.

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