Kommunalwahl Freiburg

Die Kandidatenliste des Vereins "Freiburg Lebenswert" steht

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Sa, 15. Februar 2014

Freiburg

Der Verein "Freiburg Lebenswert" präsentiert seine Liste zur Kommunalwahl und streben einen Bürgerentscheid zur Stadionfrage an.

Der Verein "Freiburg Lebenswert" tritt mit Gerlinde Schrempp als Spitzenkandidatin zur Kommunalwahl am 25. Mai an. Schrempp kündigte an, der Verein werde einen Bürgerentscheid wegen des geplanten neuen SC-Stadions herbeiführen. Wann genau das sein wird, ist aber noch offen.

"Bürger im Gemeinderat für Bürger in der Stadt" wollen sie sein: Am Freitag hat der Verein "Freiburg Lebenswert" im Beisein von rund einem Dutzend Kandidaten seine Wahlliste für die Kommunalwahl sowie einige Themen vorgestellt. Die meisten sind bislang noch Schlagworte – Bürgerbeteiligung, Erhalt von Stadtbild und Baukultur, Förderung der Lebensqualität, Erhalt von Grünflächen und Schrebergärten, für soziale Vielfalt –, doch beim Thema SC-Stadion gab’s auch Inhaltliches. "Wir sind für die Beibehaltung des jetzigen Stadionstandorts", sagte Wolf-Dieter Winkler. SC-Spiele seien meist nicht ausverkauft, die Finanzierung des neuen Stadions sei völlig unklar und dass das Spielfeld des alten nicht den Vorgaben der Deutschen Fußball-Liga entspreche, sei, so Winkler, Auslegungssache. Er empfiehlt: "Erweitern und die Nordtribüne 30 Meter nach hinten setzen." Gerlinde Schrempp kündigte an, einen Bürgerentscheid herbeizuführen; wann und mit welcher Fragestellung, sei noch unklar.

"Freiburg Lebenswert" hatte sich im Dezember vergangenen Jahres als Verein gegründet; aktuell hat er 77 Mitglieder. Schon vorher war er als "Forum Bürgerinitiativen für nachhaltige Stadtentwicklung" ein Sammelbecken von etwa 15 Bürgerinitiativen, von "Hände weg von der Wonnhalde" bis zu "Erhalt der Pferdewiesen in Herdern". "Bei uns arbeiten auch viele Mitglieder aus im Gemeinderat vertretenen Parteien mit", sagte Michael Managò. Der Grund für eine eigene Liste bei der Kommunalwahl sei, dass Anliegen von Bürgern von der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat nicht ernst genommen würden, sagte Schrempp. Als Beispiel nannte Dieter Kroll die Baupolitik: Interessen von Investoren würden mehr berücksichtigt als die von Bürgern. Finanzieren will der Verein den Wahlkampf über Spenden, zu erhofften Sitzen im Gemeinderat wollte man nur scherzen: "47 plus!"

Die Liste sei mit Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Stadtteilen (außer Munzingen), Berufen und Milieus gefüllt und ohne Streit in zweieinhalb Stunden gewählt worden, sagte Schrempp. Davon überzeugen konnte man sich nicht: Der Verein, der von der Stadtverwaltung Transparenz einfordert, hatte die Medien bei der Wahl der Liste am vergangenen Montag nicht dabei haben wollen.