Sanierung

Die katholische Kirche St. Martin am Rathausplatz wird für 750.000 Euro saniert

Sina Gesell

Von Sina Gesell

Mo, 24. April 2017

Freiburg

Das Osterfest wurde in St. Martin noch gefeiert, danach hat die katholische Kirche mit ihrer prominenten Lage am Rathausplatz ihre Türen geschlossen – und das voraussichtlich bis zum Patrozinium am 12. November.

Der Innenraum wird für 750 000 Euro saniert. Dabei wird auch die Orgel ausgebaut. Bis eine neue kommt, dauert’s noch ein paar Jahre.

In den 70er-Jahren wurde die denkmalgeschützte Kirche letztmals innen saniert. "Es ist mal wieder an der Zeit", sagt Pater Markus Fischer. Die meiste Arbeit und die größten Kosten verursache die Elektrik, die auf den neuesten Stand gebracht werden soll. Unter anderem wird das Gotteshaus künftig mit LED beleuchtet, auch der bisher recht dustere Chorraum, der auch mit einem neuen Boden ausgestattet wird. Die Beichtstühle wurden bereits aufpoliert und haben eine Lüftung bekommen. Außerdem werden die Wände und Säulen gestrichen. Und die alte Orgel kommt raus.

Die hat am Ende der Hästrägermesse "den Geist aufgegeben", sagt Fischer. Provisorisch wurde ein Ersatzmotor eingebaut. Eine polnische Firma baut laut Beate Becker vom Stiftungsrat die Dold-Orgel mit dem Baujahr 1956 ab. Geld gibt’s ihr zufolge für das Instrument nicht mehr. "Wir sind froh, dass sie jemand abholt."

Die Ausschreibung für eine neue Orgel ist abgeschlossen, erzählt Becker. Derzeit prüfe die Gemeinde, die eine Obergrenze von 900 000 Euro gesetzt habe, fünf Angebote. Bis 2019 soll die neue Orgel dann eingebaut sein. "Solange überbrücken wir mit einer Elektro-Orgel", sagt Fischer, der 2018 Wolfgang Gaber als Leiter der Seelsorgeeinheit Freiburg-Mitte ablöst.

Jetzt aber steht erst einmal die aufwändige Innensanierung an. Die wird laut Becker finanziert mit Mitteln der Gemeinde und Gesamtkirchengemeinde Freiburg, und auch die Erzdiözese und die Denkmalschutzbehörde steuern einen Teil bei. Für 150 000 Euro muss ein Darlehen aufgenommen werden . Ein Antrag beim Breisgauer Katholischen Religionsfonds laufe bereits, Spenden sollen auch gesammelt werden. "Wir müssen noch ein Fundraising machen", sagt Fischer.

Solange St. Martin geschlossen ist, feiert die Gemeinde ihre Gottesdienste zu den gewohnten Zeiten in der Univeritätskirche, die nur drei Gehminuten entfernt ist. In der Martinskirche, die eigentlich 400 Sitzplätze hat, ist nur die Seitenkapelle offen. Dort ist nur Platz für etwa 30 Besucher. "Kleinere Taufen können wir dort feiern", so der Pater.

Und der spürt auch Druck: "Wir haben einen sehr engen Zeitplan." Denn spätestens zum Weihnachtsmarkt, dessen Stände auch direkt vor der Kirchentür aufgestellt werden, müssten die Arbeiten abgeschlossen sein. Für die nächsten Jahre stehen denn aber auch schon wieder neue an: Neben der Sakristei, die erneuert werden soll, müssten Glockenturm und Nordfassade saniert werden. "Das können wir nicht alles auf einmal machen", sagt Fischer. Dann aber hofft er, dass "erst mal Ruhe ist für 40 Jahre".

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