Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

30. März 2015

Projekte auf Gutleutmatten

Die L-Bank fördert jetzt doch drei Baugruppen des Mietshäusersyndikats

Drei Baugruppen des Mietshäusersyndikats werden jetzt doch gefördert / 32 Mietwohnungen im Gebiet Gutleutmatten geplant.

Entwarnung und Erleichterung bei den künftigen Bauherren: Die drei Baugruppen des Mietshäusersyndikats – Lamakat, Luftschloss und Schwerelos – können ihre Projekte auf dem Neubaugebiet Gutleutmatten in Haslach in Angriff nehmen. Nach einem viermonatigen Verhandlungsmarathon gewährt ihnen die landeseigene L-Bank nun doch insgesamt rund acht Millionen Euro Kredit für ihre geplanten 32 geförderten Mietwohnungen.

Neue Richtlinien beim Landeswohnraumförderprogramm waren schuld daran, dass neue Bauprojekte keine zinslosen Kredite bekommen sollten: Es fehle ihnen unter anderem an Bonität (die BZ berichtete).

Nun teilte das Mietshäusersyndikat mit, in mehreren Gesprächen mit der L-Bank, der Stadt Freiburg, der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, den Freiburger Landtagsabgeordneten und dem Wirtschaftsministerium habe man eine auf das Mietshäusersyndikat zugeschnittene Lösung gefunden. Eines der Probleme war, dass die L-Bank keine Direktkredite mehr als Eigenkapital akzeptieren wollte.

Deshalb werden die drei Haus-GmbHs ihr Stammkapital, das bisher je 25 000 Euro beträgt, erhöhen. Bei der Schwerelos GmbH handelt es sich dabei um rund eine Million Euro, bei den zwei anderen um je 500 000 Euro. Das funktioniert, indem nicht mehr die Haus-GmbHs selbst die Direktkredite einwerben, sondern die jeweiligen Hausvereine, die damit das Stammkapital aufstocken.

Werbung


Ein anderes Problem waren fehlende Sicherheiten. Hier halfen die Stadt Freiburg und die Sparkasse Freiburg weiter: Die Stadt signalisierte der L-Bank, dass die Sparkasse die gesamte Restfinanzierung übernehmen werde.

Die L-Bank erhält überdies eine erstrangige, grundbuchliche Absicherung über die gesamte Immobilie. Mit dieser Übereinkunft erklärte sich die L-Bank dann bereit, die anderen Probleme – fehlende Bonität, zu niedriger Beleihungswert und die Deckelung der Eigenkapitalverzinsung – in Kauf zu nehmen. Sie seien "im Gesamtfinanzierungspaket darstellbar", so die L-Bank. Das grundsätzliche Problem, dass neue Mieterinitiativen, die bezahlbare und dauerhaft gebundene Mietwohnungen bauen wollen, keine Förderkredite der L-Bank mehr bekommen sollen, wird inzwischen in Gremien des Landtages diskutiert – was sicherlich auch an den massiven Protesten aus Freiburg liegt. "Wir fordern mit Nachdruck, dass diese Konstruktionsfehler schnell behoben werden", so Regina Maier vom Mietshäusersyndikat.

Autor: Simone Lutz