Achterrat

Was Achtklässlerinnen und Achtklässer an Freiburg verändern wollen

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Di, 29. Januar 2019 um 14:03 Uhr

Freiburg

Was soll sich ändern in Freiburg? Zum vierten Mal haben Achtklässlerinnen und Achtklässler von drei Schulen – die jedes Jahr wechseln – im "Achterrat" Forderungen entwickelt.

Am wichtigsten fanden sie diesmal: Jugendliche sollten Turnhallen besser nutzen können. Damit sich wirklich was tut, haben sich die Achtklässler im Haus der Jugend mit der Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik und Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinderat und Stadtverwaltung ausgetauscht.

Die Turnhalle als Jugendtreff

Es geht vor allem um kalte oder verregnete Tage , wenn Fußball oder anderer Sport draußen keinen Spaß macht, und um die vielen Ferienwochen: "Da wollen wir nicht nur daheim rumsitzen", sagt Leonardo (14) von der Weiherhof-Realschule. Stattdessen sollte es möglich sein, dass Jugendliche sich in Turnhallen treffen – unkompliziert, ohne Anmeldung.

Gudrun Kreft vom Amt für Kinder und Jugend, die mit mehreren Jungs an deren Stellwand steht, nickt: Sie findet, es sei "eine klasse Idee", Turnhallen gezielt für Jugendliche zu öffnen – und zumindest in den Ferien, wenn die meisten geschlossen sind, könnte das machbar sein. In Schulzeiten werde es schwieriger, wegen der vollen Belegungspläne. Die Jungs haben genau überlegt, wie es klappen könnte: Für die Jahnhalle in Zähringen könnte das benachbarte Jugendzentrum Jatz die Betreuung übernehmen, sagt Frederik (13) von der Karlschule. Ulrich Sänger, der Lehrer der Achtklässler an der Karlschule, notiert sich was Gudrun Kreft empfiehlt. Sie rät: "Ihr könnt als Achterrat auf die Abteilung Gebäudemanagement bei der Stadtverwaltung zugehen." Später verspricht die SPD-Stadträtin Julia Söhne, als Patin dieses Thema zu unterstützen, andere Stadträte übernehmen andere Forderungen – die reichen von Kleiderflohmärkten und bewussterem Umgang mit Müll bis zu Online-Abstimmungen für Kinofilme für Jugendliche.

Weniger Plastik und Essensverschwendung

Laila (14), Benjamin und Sophie (beide 13) vom Droste-Hülshoff-Gymnasium wollen gegen Plastik und die Verschwendung von Essen kämpfen: "Zum Beispiel mit Flyern und Plakaten", sagt Laila. Svenja Fugmann und Ulrike Hecht von der Ökostation schlagen vor, dass die Jugendlichen bei einer Aktion auf dem Münstermarkt allen Leuten mit Plastiktüten Stofftaschen als Alternative schenken – dafür bräuchten die Schüler aber finanzielle Unterstützung.

Und an ihrer Schule könnten sie anregen, dass Getränke statt in Plastikflaschen künftig wieder in Glasflaschen verkauft werden. "Das war ja früher so – das ist das Absurde", sagt Benjamin. Dabei könnten die Schüler auch auf gesundheitliche Aspekte pochen, betont Ulrike Hecht: "Von Plastikflaschen aus gehen Schadstoffe ins Getränk über, das gilt vor allem für säurehaltige Getränke wie Apfelsaftschorle." Bei einem anderen Problem brauchen die Jugendlichen die Stadtverwaltung: Hinter der Jahnhalle, im Eschholzpark, zwischen Westarkaden und Wentzinger-Schulen und an einigen anderen Orten finden sie es zu dunkel – mit mehr Beleuchtung würden sie sich sicherer fühlen, sagen Idris (15) und Rafael (14) von der Weiherhof-Realschule.

Markus Müller vom Garten- und Tiefbauamt steht dabei und fordert die Schüler auf, eine Prioritätenliste der Orte zu erstellen. Dann könne geprüft werden, ob Geld zur Umsetzung da sei. Falls das nicht klappt, können die Paten vom Gemeinderat nachhelfen – im Juli treffen sich alle wieder und tauschen sich darüber aus, was voranging.