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12. April 2010

Kämpferische Ritter beim mittelalterlichen Erlebnistag auf dem Mundenhof

6000 Besucher beim mittelalterlichen Erlebnistag auf dem Mundenhof / Darsteller zeigen Schwertkämpfe und Katapultschießen .

Zurück ins Mittelalter: Die Pferdekoppel des städtischen Tiergeheges Mundenhof war gestern Schauplatz von Ritterkämpfen. Der zweite mittelalterliche Erlebnistag zog 6000 Besucher an. Die Akteure im bunten Zeltlager boten den Gästen Geschichte zum Anfassen.

Florian Fischer keucht, er hat einen Schwertkampf hinter sich. Mit schweren Schritten läuft der Ritter von der Freiburger Schaukampfgruppe "Bunter Haufen" zur nächsten Bank und setzt sich hin. "Meine Rüstung wiegt 40 Kilogramm. Es ist anstrengend, weil man unter dem Helm mit den engen Sehschlitzen so gut wie keine Luft bekommt", erklärt Florian Fischer beim Mittelaltertag auf dem Mundenhof. An seinem Handschuh ist ein Metallfinger abgerissen: "Das kommt vor, unter der Woche muss ich eben reparieren." Seine Plattenrüstung hat er aus Tschechien bestellt – über das Internet. Einen Ritter aus dem 14. Jahrhundert darzustellen sei ein Hobby – "so wie andere Leute Fußball spielen", sagt Fischer, der im wahren Leben Architekt ist.

Beim Geschichtszelt drängen sich die Besucher, um einen Blick auf mittelalterliche Reproduktionen zu werfen: Schwarzpulverwaffen, ein Schild, Trinkgefäße wie eine Kalebasse aus Kürbis und Lederschuhe mit dicken Holzsohlen. "Man trug sie bei schlechtem Wetter", erklärt Organisator Sascha Hillenbrand von der Freiburger Veranstaltungsagentur "Historent". Er möchte "das Mittelalter zeigen, wie man es aus Büchern kennt."

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Alle Mittelaltergruppen kommen aus der Region Freiburg und arbeiten an diesem Sonntag ehrenamtlich mit: die Spielleute von "Heidenspaß", die zur Eröffnung Dudelsack blasen, die Reiter von "Bella Trices" und die Ordensritter der "Templerkomthurey". Die Templer hatten ihre Zelte schon einen Tag vorher aufgebaut und auf dem Mundenhof übernachtet. "Wir haben Nachtwache gehalten, morgens um sechs Uhr gab es die erste Andacht", sagt Christian Reinsch. Als "dienender Bruder" des Ordens trägt er einen schwarzen Umhang mit dem roten Kreuz der Templer.

Armbrustschießen, Sackhüpfen, Lanzenreiten und Ringewerfen

Mitten auf der Wiese hat die "Freie Ritterschaft Weisweil" einen Heldenparcours aufgebaut: Armbrustschießen, Sackhüpfen, Lanzenreiten und Ringewerfen. "Wir wollen den Kindern Spaß bringen und ein paar ritterliche Eigenschaften wie Geschicklichkeit und Ausdauer vermitteln", sagt Ingrid Kaiser, die als Bäckersfrau verkleidet ist und das bunte Treiben überwacht. Am Ende gibt’s für jeden eine Urkunde: Die neunjährige Alicia Kawlath aus Müllheim hat alle Stationen geschafft und wird zum Ritter geschlagen.

Susanne Eckert, eine der beiden Leiterinnen des Mundenhofs, freut sich über die "authentische Veranstaltung". Es sei wichtig, dass die Leute selbst mitmachen können. Den Bezug zum Mittelalter gebe es auf dem Mundenhof-Gelände: Im Jahr 864 wurde dort ein landwirtschaftlicher Hof gegründet, eine Mühle.

Ein Höhepunkt des Nachmittags ist die Greifvogelshow von Falkner Axel Haas: Er lässt zwei Wüstenbussarde frei fliegen, einen Uhu und einen Wanderfalken an einer Flugschnur. Die Besucher können die Vögel hinterher streicheln. Dann rufen die Mitglieder des "Bunten Haufen" zum nächsten Spektakel: Katapultschießen.

Autor: Anette Bender