Ein Tag, der ein Zeichen setzen soll

Anna Ebach

Von Anna Ebach

Mo, 19. Juni 2017

Freiburg

Mehrere Projekte beschäftigen sich bei einem Fest im Kulturpark in Haslach mit der "offenen Gesellschaft" und der Demokratie.

Ein Zeichen für die Demokratie setzen - darum ging es beim Tag der offenen Gesellschaft, der von der Initiative Offene Gesellschaft ins Leben gerufen und am Samstag in ganz Deutschland gefeiert wurde. Auch das Projekt "Freiburgerinnen aus aller Welt" vom Verein "Kommunikation und Medien" veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Migrantinnen- und Migrantenbeirat der Stadt Freiburg ein Fest im Kulturpark Freiburg in der Haslacher Straße.

"Mit dem Fest wollen wir einen Beitrag für mehr Offenheit leisten", sagt Irene Schumacher (56) vom Verein Kommunikation und Medien, eine der Initiatorinnen des Festes. "Heute soll es vor allem darum gehen, Menschen zusammenzubringen, miteinander zu essen und zu diskutieren." Der Tag der offenen Gesellschaft sei ein guter Anlass, damit sich das interkulturelle Frauenprojekt präsentieren und gleichzeitig ein Zeichen für eine demokratische Gesellschaft setzen könne.

Entstanden ist das Projekt "Freiburgerinnen aus aller Welt" im Jahr 2011 aus der Idee, ein multikulturelles Kochbuch zu schreiben. Inzwischen sind schon drei Kochbücher erschienen und die interkulturelle Frauengruppe wächst stetig weiter. Eine der Frauen ist Yaosca Padilla de Rothmund (35) aus Nicaragua. Sie erzählt, dass bei den Kochbüchern Frauen aus vielen unterschiedlichen Ländern mitgewirkt hätten. In diesen Ländern seien demokratische Grundlagen wie zum Beispiel die Meinungsfreiheit oft keine Selbstverständlichkeit. "Mit diesem Fest wollen wir feiern, was wir in Deutschland bereits haben: eine demokratische Gesellschaft."

Neben den Freiburgerinnen aus aller Welt kamen auch viele andere Gäste, die sich für ein weltoffenes Deutschland einsetzen wollen. So spielte unter anderem der Musiker Johannes Büttner einige Lieder zum Thema Gesellschaft und Frieden. Ein Filmteam stellte den Gästen Fragen über Demokratie und Freiheit. Für die 25-jährige Studentin Vanessa Jung, die Teil des Filmteams ist, ist es vor allem wichtig, sich einmal auf das Positive zu konzentrieren. "Mit den Interviews wollen wir zeigen, dass es viele Menschen gibt, die eine offene Gesellschaft feiern."

Um mit Leuten in Kontakt treten und sich auszutauschen, ist auch Ricarda Ruby (39) aus München mit ihrer Familie zu dem Fest in der Haslacher Straße gekommen. Sie wollte eigentlich in München am Tag der offenen Gesellschaft teilnehmen, sei dann aber zufällig in Freiburg gewesen und habe sich daraufhin informiert, wo in Freiburg der Tag begangen wird. "Mir ist es wichtig, mit anderen Leuten zu diskutieren", betont sie.

Für Renate Lepach (76) vom Verein "Obdach für Frauen" steht vor allem die Teilhabe von Frauen im Vordergrund. Ihr Verein hilft Frauen in Notlagen und fördert Projekte wie "Freiburgerinnen aus aller Welt". "Ich bin sehr dafür, dass Frauen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und mitreden", sagt sie. Deshalb unterstütze auch ihr Verein den Tag der offenen Gesellschaft.

Für Irene Schumacher ist eine demokratische Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit. "Sie bleibt nur, wenn man was tut und Zeichen setzt", betont sie. "Wir wollen Menschen zusammenbringen, um so vielleicht auch einen Impuls für weitere Projekte zu setzen."