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08. April 2016

Ein Tortenstück für den Rennweg

Dreieckiges Gebäude mit bis zu 50 Wohnungen geplant.

Ein Wohngebäude, nein, eine Art riesiges Tortenstück soll bis Ende 2018 auf der dreieckigen Rasenfläche zwischen Rennweg und Stefan-Meier-Straße stehen. Die städtische Wohnungsgesellschaft Stadtbau will dort, an der Grenze zwischen den Stadtteilen Herdern und Brühl, für fast elf Millionen Euro 40 bis 50 Wohnungen bauen.

1200 Quadratmeter ist das städtische Grundstück zwischen Rennweg und Stefan-Meier-Straße groß, bislang hat die Stadt dort nur gemäht. Doch das Rasendreieck soll überbaut werden – trotz seiner schwierigen Grundform. "Wir sind drauf gekommen, als wir mit dem Land über das Behördenviertel in Herdern gesprochen haben", sagt Baubürgermeister Martin Haag. Dort würde die Stadtverwaltung gerne in größerem Stil nachverdichten. Weil die Gespräche länger dauern als gedacht, wird als erstes das "Rennwegdreieck" realisiert.

Geplant ist ein achtgeschossiges Gebäude in Dreiecksform mit gefalteter Klinkerfassade und verglasten Erkern. Der Eingang soll an der Stefan-Meier-Straße liegen. Im Erdgeschoss sind auf 400 Quadratmetern Dienstleistungen vorgesehen, auf den sieben Geschossen darüber liegen die Wohnungen. Unklar ist noch, wie viele Wohnungen es werden. Die Stadtbau, die das Gebäude errichten soll, rechnet mit 40 bis 50, je nach Zuschnitt der 3900 Quadratmetern Fläche.

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Unklar ist auch noch, was für Wohnungen es werden. Stadtbau-Geschäftsführer Ralf Klausmann geht davon aus, dass freifinanzierte Mietwohnungen entstehen, "vielleicht kombiniert mit Sozialwohnungen". Die Miete, schätzt er, werde bei den Freifinanzierten nicht unter 9,50 bis 10,50 Euro pro Quadratmeter liegen, auch wenn man das jetzt noch nicht seriös sagen könne: "Hier ist urbanes Wohnen." Würden Eigentumswohnungen gebaut, schätzt Klausmann den Verkaufspreis auf 4500 Euro pro Quadratmeter, "aber das nur als Hausnummer". Baubürgermeister Haag hält die Preise für realistisch: "Preiswert bauen lässt sich hier nicht."

Wie teuer es wird, hängt auch von der Tiefgarage ab, die unters Haus muss. Mindestens zweigeschossig wird sie werden; auch Abstellmöglichkeiten für 60 Räder sind vorgesehen.

Fünf Architektenbüros hatten Pläne für das "Rennwegdreieck" eingereicht, überzeugt hatte die Jury der Entwurf des Basler Büros Bachelard und Wagner. Katja Müller von Bachelard und Wagner wies darauf hin, dass an diesem "sehr speziellen Verkehrsknotenpunkt" ein Haus entworfen wurde, das sich in die Umgebung einfinden soll. Die Lage mit drei Straßen und einer Bahnlinie sei schwierig, andererseits sei es Wohnen in der Stadt: "Das darf man auch merken." Alle Wohnungen haben große Loggien, die mit beweglichen Faltverglasungen auch im Winter genutzt werden können.

Im August nächsten Jahres könnte Baubeginn sein, fertig wird das Tortenstück wahrscheinlich Ende 2018.

Autor: Simone Lutz