Leute in der Stadt

Einer der besten Modellflieger Europas

Andrea Perino

Von Andrea Perino

Mo, 28. November 2011

Freiburg

Klaus Burchard hat ein ungewöhnliches Hobby: Er fliegt Modellflugzeuge. Dieses Jahr hat er mit dem originalgetreuen Nachbau eines Sportflugzeugs im „Euro Star Cup“, einer europaweit stattfindenden Wettbewerbserie den dritten Platz belegt.

Klaus Burchard hat ein ungewöhnliches Hobby: Er fliegt Modellflugzeuge. Dieses Jahr hat er mit dem originalgetreuen Nachbau eines Sportflugzeugs im "Euro Star Cup", einer europaweit stattfindenden Wettbewerbserie den dritten Platz belegt.

Der Ebneter ist Modellflieger aus Leidenschaft und wer sein "Fly Baby" sieht, kann verstehen, was die Faszination für dieses Hobby ausmacht . Rot und weiß glänzt das Modellflugzeug in der Herbstsonne, und von den Verstrebungen auf den Tragflächen bis zur Armbanduhr des Piloten im offenen Cockpit und der Instrumententafel ist jedes Detail vorhanden. Es ist das Ergebnis von langer Arbeit und viel Herzblut. "Ich bin schon seit meinem zwölften Lebensjahr Modellflieger und habe meine Flugzeuge immer selbst gebaut", erzählt der Vorsitzende der "Breisgauer Modell Flieger". "Das waren am Anfang ganz einfache Freiflieger aus Sperrholz und Papier. Die konnte man starten und dann sind sie halt gesegelt, bis die Schwerkraft stärker war." Damit hat die Modellfliegerei heute offenbar nicht mehr viel zu tun. Die Flugzeuge, die Burchard inzwischen baut, gleichen ihren Vorbildern bis ins kleinste Detail und lassen sich über hochentwickelte Fernsteuerungen und GPS präzise steuern.

In den sogenannten Semi Scale Wettbewerben, an denen er seit fast 20 Jahren teilnimmt, und die in Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz stattfinden, sind Augenmaß und Koordination gefragt. So müssen zum Beispiel Figuren wie Rechteck, Dreieck oder liegende Acht perfekt symmetrisch und auf konstanter Flughöhe geflogen werden. Neben den Flugkünsten werden auch Detailtreue und Ähnlichkeit der Modelle zu den Originalen bewertet. "Das Vorbild für ,Fly Baby‘ steht in Atlanta", erklärt Burchard, "der Besitzer war Pilot bei einer großen Airline und hat das Flugzeug in der Garage gebaut." Der Nachbau dauerte fünf Jahre und erfolgte streng nach Originalbauplänen und Fotos, jede Abweichung vom Bauplan wurde berücksichtigt. Bis zum Kennzeichen und dem Namenszug "Kelly" stimmt wirklich alles. Entsprechend groß ist die Spannung vor dem Jungfernflug. "Das ist schon immer ein großer Moment, wenn man ein neues Flugzeug zum ersten Mal fliegt", meint Klaus Burchard, "in den zwanzig Minuten bis ich in Bahlingen auf dem Flugplatz bin, rattert es in meinem Kopf. Liegt der Schwerpunkt richtig? Sind die Ruder gut justiert? Fliegt das Flugzeug geradeaus? Normalerweise muss man einen neuen Flieger erst einfliegen und solche Kleinigkeiten anpassen. Aber "Fly Baby" ist geflogen, als ob es schon 1000 Flugstunden hätte."

Info: Die Breisgauer Modell Flieger haben etwa 70 Mitglieder, die in Bahlingen am Kaiserstuhl trainieren, Neuzugänge sind immer willkommen. Mehr Infos unter http://www.breisgauer-modellflieger.de