Bühne

"Factory – The Velvet Underground" hat am Theater Freiburg Premiere

Joachim Schneider

Von Joachim Schneider

Fr, 30. November 2018

Freiburg

TICKET-INTERVIEW: Markus Heinzel zu "Factory – The Velvet Underground".

Factory in Anlehnung an Andy Warhols berühmte Künstler-Kommune heißt das neueste Stück des belgischen Regisseurs Stef Lernous am Freiburger Theater. Für die Arrangements und die musikalische Einstudierung sorgt die Freiburger Band BAR mit Jens Teichmann, Markus Heinzel, Jeremy Dhôme und für dieses Projekt Nicolas Sturm statt Olli Meier an der Gitarre. Joachim Schneider unterhielt sich mit Markus Heinzel, Bassist und gleichzeitig Gründungsmitglied des Quartetts.

Ticket: 2018 ist wohl das erfolgreichste Jahr des Liquid Laughter Lounge Quartets und seiner Nachfolgeband BAR. Die Stadt prämiert Sie mit dem Reinhold-Schneider-Stipendium und dazu läuft ein Engagement am Städtischen Theater. Denkt man da "endlich mal"?
Heinzel: Wir hatten ja schon gewisse Erfolgserlebnisse in unserer Bandgeschichte und spielten ausgedehnte Touren in vielen Ländern. Über den Kulturpreis der Stadt haben wir uns sehr gefreut, an eine solche Anerkennung von offizieller Seite hatten wir aber nie gedacht. Hier passt ein "Endlich mal" nicht wirklich. Zum Theater schon eher, denn wir dachten schon länger, dass uns ein solcher Rahmen gut stehen könnte. Auch den Satz "Ihr gehört eigentlich ins Theater" hatten wir schon öfter gehört.
Ticket: Wie kam es dazu?
Heinzel: Der Chefdramaturg des Theaters, Rüdiger Bering, hat sich still und heimlich zwei unserer Konzerte angeschaut und uns dann angesprochen. Er wiederum wurde durch eine Mitarbeiterin des Theaters auf uns aufmerksam, die sich im Dunstkreis des Slow Club bewegt, den Jens und ich zusammen gegründet haben und in dem wir nach wie vor aktiv sind.
Ticket: Wie sind Sie als Band an die Klassiker herangegangen?
Heinzel: Wir sollten aus den Alben "Velvet Underground & Nico 45th Aniversary" und Lou Reeds "Transformer" 20 Stücke wählen, 13 davon blieben übrig und zwei andere kamen dazu. Ich habe mich erst mal eher musikalisch angenähert über Strukturen, Harmonien und Melodien. Jens kam von der anderen Seite und hat sich mit Texten, Attitüde und historischen Zusammenhängen befasst. Dann gingen wir ans Werk mit unseren Ideen. Teilweise blieb nur der Text übrig, und ein Stück ist jetzt auf Deutsch. Andere Songs wiederum spielen wir nahe am Original.
Ticket: Geht das überhaupt unter einen Hut: Rock ’n’ Roll und Theater?
Heinzel: Das hängt wahrscheinlich vom Rock ’n’ Roll und vom Theater ab. In unserem Fall habe ich ein gutes Gefühl dabei. Ob es geht, kann ja dann jede und jeder ab dem 1. Dezember überprüfen.
Ticket: Wie muss man sich "Factory" denn als Theater-Stück vorstellen?
Heinzel: Die Szenerie ist Andy Warhols Factory, eine Fabriketage in New York Ende der 1960er Jahre, wo der Künstler diverse kreative Menschen in einer Mischung aus WG, Atelier, Proberaum, Filmset und Veranstaltungsraum um sich versammelt hatte. Was im Stück passiert, ist fiktiv. Es gibt im Stef-Lernous-Style kaum Sprache und keine Dialoge, dafür starke Bilder und eben viel Musik. Sex and Drugs and Rock ’n’ Roll, allerdings ohne Sex. Alles Weitere im Theater.

Termine: Freiburg, "Factory – The Velvet Underground", Theater, Kleines Haus, Premiere: Sa, 1. Dez., 20 Uhr;
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