VAG rollt zu 100 Prozent mit sauberem Strom

Freiburg bekommt die Öko-Straßenbahn

Fr, 21. November 2008 um 13:25 Uhr

Freiburg

Straßenbahn-Passagiere dürfen sich als Klimaschützer fühlen: Vom 1. Januar an fahren Freiburgs Stadtbahnen mit sauberem Öko-Strom.

Jetzt ist es offiziell: Die Straßenbahnen der Freiburger Verkehrs AG (VAG) fahren ab 2009 komplett mit Ökostrom. Der Strombedarf von jährlich rund 13 Gigawattstunden wird vom regionalen Energieversorger Badenova bezogen. Darüber wurde der VAG-Aufsichtsrat am Freitag informiert.
Die von den Straßenbahnen verursachten Schadstoffemissionen werden damit vollständig neutralisiert, die Bahnen fahren also klimaneutral. Durch die Umstellung auf Ökostrom werden jährlich rund 7000 Tonnen des Treibhausgases CO2 vermieden. Oberbürgermeister Dieter Salomon bezeichnete die Umstellung am Rande der VAG-Aufsichtsratssitzung am Freitag als "einen weiteren bedeutenden Schritt zur Erreichung der Freiburger Klimaschutzziele." Der Gemeinderat hat im Rahmen seiner Klimaschutzbeschlüsse das Ziel definiert, die klimaschädlichen CO2 Emissionen bis 2030 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1992 zu verringern.
Die Umstellung des Strombezugs zum Jahreswechsel wurde möglich, obwohl der laufende Stromliefervertrag zwischen der badenova und der VAG noch bis zum Jahresende 2009 Gültigkeit hat. "In guten und konstruktiven Gesprächen mit der badenova" ist es nach den Worten von VAG-Vorstand Helgard Berger gelungen, "den Wechsel zu fairen Bedingungen schon für kommenden Januar in trockene Tücher zu bekommen".

Schon heute trägt das Nahverkehrsangebot der VAG dank der jährlich mehr als 70 Millionen Fahrgäste in erheblichem Maße zur Verringerung von Luftschadstoffen und Feinstaub bei. Mit der künftigen Nutzung des Ökostroms wird nach den Worten von VAG-Vorstand Prof. Dr. Rolf-Michael Kretschmer "soviel CO2 vermieden, wie ein durchschnittliches Auto auf einer Fahrtstrecke von mehr als 4,1 Millionen Kilometern erzeugt".

Das Thema "Klimaschutz’ wird auch in den Betriebsanlagen der VAG groß geschrieben. So werden durch den Einsatz energiesparender und Kohlendioxid (CO2) verringernder Maßnahmen im Betriebshof West heute jährlich rund 2,1 Millionen Kilowattstunden Strom und Wärme weniger benötigt, als noch im Jahr 2003. Die CO2-Belastung der Umwelt wird dadurch um etwa. 40 Prozent gesenkt, was ungefähr einer Einsparung von 1.000 Tonnen CO2 im Jahr entspricht.