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15. April 2015 08:17 Uhr

Finanzielle Probleme

Freiburger Klinik für Tumorbiologie ist insolvent

Seit ihrer Gründung kämpft die Freiburger Klinik für Tumorbiologie ums Überleben. Zuletzt warteten Mitarbeiter wochenlang auf ihre Gehälter. Jetzt stellt die Klinik einen Antrag auf Insolvenz.

  1. Die Freiburger Klinik für Tumorbiologie ist insolvent. Foto: Ingo Schneider

Wie die Geschäftsführung der Freiburger Klinik für Tumorbiologie (KTB) bekanntgab, werde sie am Mittwoch beim Amtsgericht in Freiburg den Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung stellen. Hintergrund der angespannten finanziellen Situation sei zum einen das Ungleichgewicht zwischen Versorgungsaufwand und Ertrag in den 80 Betten im Bereich der Akutversorgung. Zum anderen seien vertraglich zugesicherte Zahlungen des Eigentümers bisher nicht termingerecht eingehalten worden.

Haupteigentümer der KTB ist seit knapp vier Jahren der in der Schweiz lebende deutsche Immobilieninvestor Michael Schröder und dessen Aktiengesellschaft Vergell Medical S.A. Er hat die KTB von den Berliner Kaufleuten Erich Marx und Axel Steinwarz erworben, nachdem diese bei der Uniklinik Freiburg abgeblitzt waren. Wie viel Schröder bezahlt hat, ist geheim, der Betriebsrat klagt auf Einsicht des Kaufvertrages. Klar ist lediglich, dass die KTB seit Jahren überschuldet und auf millionenschwere Darlehen des Eigentümers angewiesen ist.

Warten auf das März-Gehalt

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Die rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik wurden der Pressemitteilung zufolge am Dienstagnachmittag in einer Betriebsversammlung von der Geschäftsführung über den Insolvenzantrag informiert. Diese sehe "eine absolut positive Prognose zur Stabilisierung des Unternehmens nach Abschluss des erforderlichen Sanierungsprozesses". Wie dieser genau aussehen soll, ob es etwa Entlassungen geben wird, ist nicht bekannt.

Seit mehreren Wochen wurde über einen Verkauf der KTB spekuliert. Anfang April hieß es, ein Käufer sei gefunden. Näheres wurde nicht bekannt. Klar war nur, dass die Universitätsklinik Freiburg nicht zum Zuge gekommen ist, obwohl sie an einem Kauf interessiert war.

Zuletzt hatte die Klinik die März-Gehälter der Beschäftigten der Klinik nicht pünktlich bis spätestens zum 31. März bezahlt. Stattdessen wurde den Betroffenen nun mitgeteilt, sie sollten bis 13. April mit ihrem Entgelt rechnen. Ob dieses tatsächlich auch geflossen ist, ist nicht bekannt.

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Autor: bz