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22. November 2010

Freiburgs erste „Nachttanzdemonstration“ verlief friedlich

Freiburgs erste "Nachttanzdemonstration" verlief friedlich.

Angekündigt, wenn auch nicht angemeldet, war die Veranstaltung am späten Samstagabend als "landesweite Bildungsstreik-Nachttanzdemonstraton". Es wurde freilich eher eine Art Happening daraus, bei dem etwa 250 vorwiegend junge Menschen unter den Augen von rund 150 Polizistinnen und Polizisten auf dem Fahrradparkplatz vor dem Kollegiengebäude II zu zeitgenössischer Musik beziehungsweise zu den Klängen einer Trommlergruppe über die Kaiser-Joseph-Straße hüpften.

Es begann kurz nach 21 Uhr mit einem kleinen Silvesterraketen-Feuerwerk. Und ein großes Transparent erklärte, worum es gehen sollte: "Gegen repressive Gewalt – für gelebte Protestkultur". Doch die Scharen der samstagabendlichen jungen "Party People" ließen sich von Parolen wie "Straße frei für den Bildungsstreik" oder "Wir tanzen für Demonstrationsfreiheit" oder "Gegen S 21" nicht von ihrem Zug zu den kommerziellen Discos und Bars in der Innenstadt abhalten. Nach kurzer Zeit wanderten die Nachttänzer grüppchenweise zum Bertoldsbrunnen, von wo sie mit der Trommlergruppe Richtung Siegesdenkmal zogen. Kaum aber hatte die Polizei die Sperrung des Friedrichrings veranlasst, um dem Zug den Weg über den Rotteckring zum KG II frei zu machen, kehrten die Polonaise Tanzenden zum Bertoldsbrunnen und dann über die Bertoldstraße gegen 23.30 Uhr wieder zum Lautsprecherwagen zurück, wo sich Freiburgs erste "Nachttanzdemo" gegen 1.50 Uhr auflöste.

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Laut und friedlich – und ohne Störungen für das Publikum, das gegen 21.40 Uhr nach dem "Besuch der alten Dame" das Stadttheater verließ, an dessen Fassade ein Transparent "Emancipating education" forderte. Unter ihrem Einsatzleiter Harry Hochuli, Chef des Polizeireviers Freiburg-Nord, hatte die Polizei den Theatervorplatz abgesperrt und beschränkte sich darauf, die "Tanzdemo" zu begleiten. Und so blieb an diesem späten Samstagabend auch der schrille Liedtext "Irgendwann brennt irgendwo die Stadt heut’ Nacht" nur ein Liedtext.

Autor: Gerhard M. Kirk