Oberbürgermeisterwahl in Freiburg 2018

Freiburgs OB Dieter Salomon strebt dritte Amtszeit an

Text: Uwe Mauch, Video: Florian Kech

Von Text: Uwe Mauch & Video: Florian Kech

Mo, 09. Januar 2017 um 12:16 Uhr

Freiburg

Dieter Salomon könnte Freiburgs neuer Rekord-Oberbürgermeister nach den Weltkriegen werden: der Grünen-Politiker gab am Montagmittag bekannt, dass er 2018 erneut als Oberbürgermeister kandidieren will.

Um Punkt 12 Uhr am Montag hat Dieter Salomon seine erneute Kandidatur für die OB-Wahl im nächsten Jahr bekannt gegeben. Sollte er gewinnen und auch seine dritte Amtszeit komplett absolvieren, hätte er die Stadt 24 Jahre lang regiert – vier mehr als seine SPD-Vorgänger Rolf Böhme und Eugen Keidel.

Salomon wollte ein Signal setzen

Am 30. Juni 2018 endet Dieter Salomons zweite Amtszeit. Die OB-Wahl wird voraussichtlich im April stattfinden. Das genaue Datum wird der Gemeinderat nächsten Herbst festlegen. Er habe ein Signal setzen wollen, begründete er vor zahlreichen Journalisten den Zeitpunkt. "Die Bürgerschaft soll Bescheid wissen."

Die Entscheidung ist ihm nicht schwer gefallen. Nach intensiver Prüfung habe er festgestellt, dass er noch immer neugierig sei auf diese Stadt. "Ich gehe jeden Tag gerne ins Rathaus", sagte Salomon. Und natürlich gebe es viele Projekte, die er weiter begleiten wolle, vom Umbau der Innenstadt über die neuen Stadtbahnlinien bis zum geplanten Stadtteil Dietenbach und die Sanierung von Weingarten-West. Als "Herzensangelegenheit" bezeichnete er die nachhaltige Stadt. Das sei seine Vision gewesen und bleibe es.

Der Verwaltungschef glaubt auch, dass Kontinuität in dieser Zeit wichtig ist. Angesichts der Herausforderung durch die hohe Zahl an Flüchtlingen und durch die Sicherheitsdebatte wollten die Menschen Orientierung. Er nennt den Zusammenhalt in der Stadt und dass die Bürgerschaft sehr differenziert reagiert habe. "Es ist nicht egal, wer die Stadt repräsentiert."

Salomon hat keine Lust auf Berlin

Eine Alternative zur dritten Kandidatur hat Salomon nicht ernsthaft erwogen. Er habe bislang auch nur ein interessantes Angebot erhalten, nämlich sich als Oberbürgermeister einer Großstadt zu bewerben. "Aber das bin ich ja schon." Selbst eine grüne Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl könnte ihn nicht nach Berlin locken: "Das ist unrealistisch und reizt mich nicht."

Natürlich, sagt Salomon, sei er als Amtsinhaber Favorit. "Aber auf diese Rolle gebe ich nichts." Jeder sei schlagbar und ersetzbar. Rückhalt habe er in der Fraktion der Grünen und im Kreisverband. Bekanntmachen müsse er sich nun nicht mehr, "aber die Frage ist, ob mich die Leute noch sehen können".

Salomon rechnet zurecht mit Konkurrenz. "Die SPD wird sicherlich einen Kandidaten aufstellen", sagte Vorsitzender Julien Bender. So ein Wahlkampf biete auch die Möglichkeit, unterschiedliche Vorstellungen der Stadtpolitik darzustellen. Klar ist indes, dass Ulrich von Kirchbach nicht noch einmal in den Ring steigt. "Die Kandidatur 2010 war eine einmalige Aktion", sagte er gestern. Die Linke Liste will soziale und wohnungspolitische Themen in den OB-Wahlkampf tragen und einen Kandidaten dabei unterstützen, teilte Vorstandsmitglied Gregor Mohlberg mit. Denkbar sei auch ein Bündnis verschiedener Parteien und Bewegungen.

CDU-Vorsitzender Peter Kleefass verweist auf einen Grundsatzbeschluss, wonach die Christdemokraten einen Bewerber stellen – bei der letzten OB-Wahl habe es eine "Ausnahme" gegeben. Derzeit liefen Gespräche in kleineren Kreisen. Der Vorstand will spätestens zum Kreisparteitag am 4. Mai sein Votum präsentieren.

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