Knappe Förderung

Für den Dachausbau zahlt die Stadt Freiburg nur 3500 Euro pro Wohnung

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Di, 22. Januar 2019 um 20:16 Uhr

Freiburg

Mit einem neuen Programm will die Stadtverwaltung den Dachausbau fördern. Die Fördermittel seien jedoch bescheiden, kritisiert der Umweltausschuss des Gemeinderats.

Mit einem neuen Programm will die Stadtverwaltung Dachgeschossausbauten fördern und den Einsatz von Holz am Bau. Für private Bauherren soll es Beratungsangebote geben, außerdem ist ein Preis für Leuchtturmprojekte aus Holz geplant. Die finanziellen Mittel, die das Rathaus vorgesehen hat, seien jedoch sehr bescheiden, kritisierte der gemeinderätliche Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Für eine neu unterm Dach geschaffene Wohnung sind beispielsweise lediglich 3500 Euro Förderung vorgesehen.

Im Oktober vergangenen Jahres, als die Stadtverwaltung ein Holz-Förderprogramm angekündigt hatte, war die Stimmung im Umweltausschuss euphorisch. Die Stadträte zeigten sich dankbar, dass das Rathaus ihre Anregungen aufgreifen wollte, den nachwachsenden Rohstoff beim Bau von Häusern zu unterstützen.

Auf Euphorie folgt die Ernüchterung

Doch nun folgte die Ernüchterung. "Die vorgesehenen Summen sind sehr übersichtlich", sagte Grünen-Stadträtin Maria Hehn. Das sei "enttäuschend". Dieser Kritik schloss sich Walter Krögner (SPD) an. Außerdem sei das eigentliche Ziel des politischen Vorstoßes gewesen, mit mehr Holz am Bau "einen spürbaren Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten". Eine Förderung von Neubauten in Massivbauweise sei nun aber gar nicht vorgesehen, so Krögner.

Die Stadtverwaltung will 300.000 Euro in den kommenden städtischen Haushalt einbringen. Das sei tatsächlich nicht viel Geld, musste auch Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik zugeben, aber immerhin ein Anfang. Es sei schwierig, überhaupt neue Förderprogramme im Haushalt zu platzieren, erklärte sie. Der Schwerpunkt werde deshalb zunächst bei den Dachgeschossausbauten liegen, die vorzugsweise – aber nicht zwingend – aus Holz gefertigt sein sollen.

Harter gegen Ideologie beim Wohnungsbau

Aber auch dafür sieht die Verwaltung lediglich 3500 Euro pro neu geschaffener Wohnung vor. "Damit kann man keine großen Sprünge machen", sagte Brigitte von Savigny von den Unabhängigen Listen. Und das Geld reiche – abzüglich der Personalkosten und des Leuchtturmpreises – gerade einmal für 33 Wohnungen, rechnete Eckart Friebis (Grüne) vor.

Als einziger auf der Seite der Verwaltung war CDU-Stadtrat Udo Harter. Die Beträge seien "realistisch", sagte er, damit sei ein guter Start möglich. Und falls es doch mehr Bedarf gebe, könnten die Mittel immer noch aufgestockt werden. Ihm wäre es außerdem am liebsten, wenn bei der Förderung der Dachgeschossausbauten der Baustoff Holz gar keine Rolle spielen würde. "Wir brauchen Wohnraum und keinen ideologischen Wohnraum", sagte Harter.

Das Förderprogramm könnte ab September starten

Wie groß das Potenzial von Dachgeschossausbauten ist – die auch die Gegner des geplanten Stadtteils Dietenbach stets als Argument bringen –, dazu gibt es aktuell keine konkreten Zahlen, eine Potenzialanalyse ist jedoch geplant. Das Baurechtsamt habe aber exemplarisch die Bauanträge von 2017 und 2018 analysiert und jährlich rund 120 Fälle identifiziert, erklärte Holger Ratzel, Leiter des städtischen Baurechtsamts.

Wenn der Gemeinderat am 5. Februar zustimmt, könnte das neue Förderprogramm ab September starten. Weitere Details sollen bis dahin noch ausgearbeitet werden. Der Preis für Leuchtturmprojekte aus Holz würde erstmalig 2020 ausgelobt. Für Irritationen sorgte im Umweltausschuss, dass "ein bekanntes örtliches Immobilienbüro" angeboten hat, sich finanziell an der Auszeichnung zu beteiligen – auch das müsste aber der Gemeinderat noch absegnen.

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