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05. August 2010

Gagfah will jetzt ein Loch zumauern

Mieterin im Auggener Weg muss aber andere, bereits beim Einzug vorhandene Mängel hinnehmen / Vorerst keine Mietminderung.

  1. Das Loch über der Toilette muss zugemauert werden. Foto: i. schneider

Egal, wie unzufrieden die Mieterinnen und Mieter der Gagfah-Wohnungen im Auggener Weg 2–6 seit Jahren sind, egal wer sich für sie eingesetzt hat – von den Kirchen bis zur grünen Bundestagsabgeordneten Kerstin Andreae: Bisher hatte der Immobilienkonzern stets mit Standardantworten reagiert und kaum zur Beseitigung der Mängel beigetragen. Wird bei Elaya M. (Name geändert) nun alles anders? Sie war die erste Mieterin, die sich für eine Mietminderung entschieden hat. Jetzt fand ein Gerichtstermin in ihrer Wohnung statt.

Am Ende zieht Elaya M.s Anwalt Ralf Ullrich eine positive Bilanz: "Immerhin waren das diesmal Gespräche, die nicht ins Leere gehen." Denn falls sich nun nichts tut, können er und seine Mandantin jederzeit Druck machen: Die beiden haben, genau wie die Gagfah-Vertreterin Annette Prottengeier, den Vorschlag der Richterin Eveline Prengel akzeptiert, das Verfahren vorerst ruhen zu lassen. Es kann allerdings jederzeit wieder aufgenommen werden, falls Elaya M. mit den Maßnahmen, zu denen sich die Gagfah nun verpflichtet hat, nicht zufrieden ist.

Ob sich die Situation merklich verbessert, zeigt sich frühestens im Winter. Und auch die Entscheidung, ob die Minderung der Miete durch Elaya M. seit einem Jahr – zuletzt um 100 Euro – als berechtigt gilt, wird erst noch fallen. Die Gagfah hatte sich mit einer Klage gegen die Minderung gewehrt, so kam es zu dem Verfahren. Vorläufig wird Elaya M. wieder die volle Miete bezahlen, kann aber dank eines Vermerks der Richterin jederzeit problemlos zur Mietminderung zurückkehren, was normalerweise für Mieter zu rechtlichen Nachteilen führt. Was ändert sich nun nach dem Gerichtstermin für Elaya M. und ihre drei jugendlichen Kinder, mit denen sie in einer Vierzimmerwohnung lebt? Auf jeden Fall will die Gagfah das große Loch, das an der Wand der Toilette über dem Spülungskasten klafft, sofort zumauern. Die Wand war Ende Mai wegen eines Wasserrohrbruchs in einer anderen Wohnung aufgebrochen worden, seitdem ist nichts mehr passiert.

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Die Handwerker hatten versprochen, das Anliegen weiterzuleiten, auch die Gagfah-Vertreterin, die im Juni aus anderen Gründen die Wohnung besichtigte, hatte das Loch gesehen – darum gekümmert hat sich niemand. Da hätte es wohl "Kommunikationsprobleme" gegeben, sagt Gagfah-Vertreterin Annette Prottengeier. Richterin Eveline Prengel verpflichtet den Immobilienkonzern noch zu anderen Verbesserungen: Die Fußbodenleisten sollen neu geklebt und teilweise erneuert werden. An den Fenstern sollen die von Elaya Ms. Vormietern angebrachten Abdichtungen, die längst brüchig sind, entfernt werden. Ob sie dadurch besser vor Zugluft schützen, muss beobachtet werden, genau wie das Schimmelproblem im Schlafzimmer eines der Kinder und im Bad. Derzeit ist kein neuer Schimmel zu sehen, nachdem Elaya M. alles abgewischt und neu gestrichen hat. Woher kam der Schimmel? Das lässt sich derzeit nicht klären. Die Richterin schließt sich der Gagfah-Argumentation an, dass in der Badewanne im Bad alle im Sitzen duschen müssen, weil die Wand nicht ausreichend gekachelt ist. Anwalt Ralf Ullrich findet diese Forderung nicht zeitgemäß: "Wir sind nicht mehr in den 1950ern, als samstags Badetag war und kaum geduscht wurde."

Das überzeugt Eveline Prengel nicht, auch wenn sie für die Zukunft nicht ausschließt, dass doch noch höher gekachelt werden muss. Erstmal aber gilt die Orientierung am Zustand beim Beginn des Mietverhältnisses, genau wie für die nach Sicht von Elaya M. mangelhafte Lüftung und das Problem, dass in der Küche nur begrenzt elektrische Geräte angeschlossen werden können: Was sich nicht verschlechtert hat, muss hingenommen werden. Zumindest soll die Gagfah wegen der Lüftungsanlage bei Experten nachfragen, wie oft die Anlage gereinigt werden muss, die ohne Motor über den Schornstein funktioniert – je nach Wetter mal besser, mal schlechter.

Autor: Anja Bochtler