Begehrtes Amtsgebäude

Gemeinderat entscheidet Ende Januar, wer neuer Eigentümer der Basler Straße 2 wird

Daniela Frahm

Von Daniela Frahm

Fr, 13. Januar 2017

Freiburg

Am 31. Januar wird der Gemeinderat darüber entscheiden, wer den Zuschlag für das Haus Basler Straße 2 bekommt, in dem derzeit noch das Ordnungsamt untergebracht ist. Welche Bieter im Oktober das geforderte Mindestgebot von fünf Millionen Euro abgegeben haben, verrät die Stadt nicht.

Öffentlich gemacht haben ihr Interesse bisher nur das Studierendenwerk und eine Genossenschaft, die dort ein "Haus des Engagements" plant (die BZ berichtete).

Im Vorfeld der Entscheidung verstärkt die Genossenschaft nun ihr Werben um Unterstützer, die sie am Samstag zu einem Konzert und zur Vorstellung des Projekts in die Johanneskirche einlädt. "Wir wollen einfach mal eine andere Form der Präsentation ausprobieren", sagt Stefan Sinn, der die Genossenschaft mit gegründet hat. Sie will in dem Haus ehrenamtlich Engagierten Platz bieten, querfinanziert über gewerbliche Mieter, die ebenfalls aus dem sozialen und ökologischen Bereich kommen sollen. Als Ankermieter für die zwei oberen Etagen gibt es laut Vorstandsmitglied Gitta Walchner bereits die Zusage der Diakonie. Und die Postagentur soll im Erdgeschoss erhalten bleiben.

Das Haus an der Johanneskirche wäre auch für das Studierendenwerk ideal, betont Geschäftsführer Clemens Metz. Er würde dort die rund 150 Mitarbeiter der Hauptverwaltung unterbringen, die derzeit noch auf zwei Standorte aufgeteilt sind. "Es wäre für uns sinnvoll und ich sehe es auch als sozial vernünftig an", sagt Metz. Die Basler Straße sei zentral gelegen und gut zu erreichen. Außerdem werde sie verkehrsmäßig entlastet, weil die Studenten zu 95 Prozent mit dem Fahrrad kommen würden. Mehr als die geforderten fünf, aber weniger als sechs Millionen Euro hat das Studierendenwerk nach Angaben von Metz geboten.

Für große Bauträger scheint das Objekt hingegen nicht so interessant zu sein. Die Freiburger Firma Unmüssig hatte zunächst Interesse, hat dann aber kein Angebot abgegeben. Geschäftsführer Hans-Peter Unmüßig macht dafür vor allem die Restriktionen in der Ausschreibung verantwortlich, zum einen die Nutzungseinschränkungen, zum anderen, dass das Haus möglichst erhalten bleiben soll. Die Pläne der Genossenschaft hält der Bauunternehmer für eine "sehr interessante und lohnenswerte Idee, und wenn es auch noch städtebaulich ansehnlich wird, dann ist es für die Stadt eine tolle Geschichte".

In den meisten Gemeinderatsfraktionen ist die Genossenschaft schon vorstellig geworden, zudem war sie mit Infoständen in der Stadt präsent. "Die Leute kriegen immer glänzende Augen, wenn wir ihnen das Projekt vorstellen", sagt Sinn, "auf lange Sicht wird so Geld in ehrenamtliches Engagement fließen."

Bei den Gemeinderäten gab es hingegen auch Skepsis wegen der Finanzierung, berichtet Walchner. Die könne sie aber zerstreuen. Das benötigte Eigenkapital von 1,4 Millionen Euro habe die Genossenschaft über Zusagen von Stiftungen schon länger zusammen und die Kreditbereitschaft einer Bank sei ebenfalls vorhanden. Außerdem gebe es für die Mietflächen fast täglich neue Anfragen, die derzeit nur gesammelt werden. Eine Auswahl kann erst getroffen werden, wenn die Genossenschaft zum Zug kommt. In diesem Fall treten auch erst die Mitgliedschaften in Kraft, die schon rund 50 Personen unterzeichnet haben.

Die Genossenschaft für das Haus des Engagements lädt ein zu einem "Come together" am Samstag, 14. Januar, um 14.30 Uhr in der Johanneskirche mit dem Gospelchor "Never Give Up"