Kommunalwahl 2014

Gerangel auf den hinteren Plätzen bei den Freiburger Grünen

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Mo, 16. Dezember 2013

Freiburg

Grüne nominieren Kandidaten in spannendem Wahlmarathon.

Mit der unangefochtenen Spitzenkandidatin Maria Viethen ziehen die Freiburger Grünen in die Kommunalwahl am 25. Mai nächsten Jahres. Trotz zahlreicher Kampfkandidaturen ging die Vorschlagsliste bis einschließlich Platz 14 durch. Auf den Rängen danach kam es zu einigen Verwerfungen. Stadtrat Sebastian Müller zog zurück. Ex-Stadtrat Per Klabundt scheiterte mit seinem Versuch, einen passablen Listenplatz zu ergattern, und Kreisschatzmeisterin Christine Leser landete im Mittelfeld.

Die Grünen machen es sich nicht leicht. Statt der üblichen Findungskommission sollten es die Interessierten selbst richten. In je zwei Treffen – nach Männern und Frauen getrennt – hatten sie sich auf eine Vorschlagsliste bis einschließlich Platz 21 geeinigt, die den Mitgliedern am Samstagabend in der PTSV-Gaststätte Schwarzwaldblick serviert wurde. Die restlichen Listenplätze sollten blockweise mit Punktesystem verabschiedet werden. Dieses bereits in einer Mitgliederversammlung beschlossene Procedere wurde noch einmal eine Dreiviertelstunde lang diskutiert. Nach insgesamt fast sieben Stunden stand die Liste.

Zwölf Mandate haben die Grünen derzeit im 48-köpfigen Gemeinderat – zuzüglich Sebastian Müller, der einst für die Liste "Junges Freiburg" angetreten war, die sich aber inzwischen aufgelöst hat. Alle Stadträtinnen und Stadträte treten wieder an. Überraschend auch Lioba Grammels-pacher, die allerdings auf Listenplatz 47 wollte. Alle anderen Fraktionsmitglieder sicherten sich die vorderen Plätze – nur drei Novizen finden sich bis einschließlich Rang 14. Die knapp 90 wahlberechtigten Mitglieder hielten sich bis dahin an die austarierte Vorschlagsliste. Mit 91,5 Prozent Zustimmung holte Fraktionschefin Maria Viethen das beste Ergebnis. Bei den Männern schnitt Stadtrat Ibrahim Sarialtin am besten ab: 88,9 Prozent – und das trotz eines Gegenkandidaten.

Zur ersten Kampfkandidatur kam es um Platz 6. Jörg Dengler forderte Eckart Friebis heraus, seit Jahrzehnten Stadtrat und Geschäftsführer der grünen Fraktion. Dengler, der Mitte der 90er Jahre selbst mal Fraktionsgeschäftsführer der Grünen war und gekündigt wurde und zudem im Jahr 2010 im OB-Wahlkampf gegen den grünen Amtsinhaber Dieter Salomon agitierte, kam auf 30,3 Prozent. Der altgediente Stadtrat Friebis erhielt 56 Prozent.

Ein Lacher allein genügt nicht: Auf Manfred Kröbers Frage, wer denn seine schriftliche Bewerbung gelesen habe, streckten zahlreiche Mitglieder. Das sei interessant, sagte der 34-jährige Student, denn er habe anders als die anderen Kandidaten eine solche gar nicht verschickt. Er kam auf 16,1 Prozent, Stadtrat Gerhard Frey holte souverän 73,6 Prozent.

Die erste Kampfkandidatur um einen Frauenplatz – Rang 13 – gewann die gesetzte Stadträtin Maria Hehn gegen Herausforderin Hannegret Bauß. Das langjährige Vorstandsmitglied verdrängte jedoch gleich darauf die vorgeschlagene Schatzmeisterin der Partei, Christine Leser, die sich mit Platz 21 begnügen musste.

Spannend wurde der Kampf um Platz 16, der vielleicht zum Nachrücken reichen könnte. Nach dem überraschenden Rückzug von Stadtrat Sebastian Müller warfen gleich drei Kandidaten ihren Hut in den Ring. Pascal Haggenmüller setzte sich klar gegen Ex-Stadtrat Per Klabundt und auch gegen Ramon Kathrein durch, einen 32-jährigen Erlebnispädagogen, der seit seinem dritten Lebensjahr blind ist. Kathrein holte sich dann aber den nächsten Männerplatz: Rang 18.