Wohnbaugenossenschaft Familienheim

Gestaltungsbeirat empfiehlt, die Quäkerstraße nicht abzureißen

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Fr, 01. Dezember 2017

Freiburg

Zum Schluss machten sich die Zuschauer mit lautem Klatschen Luft: Am Donnerstag hat der Gestaltungsbeirat der Wohnbaugenossenschaft Familienheim empfohlen, die Quäkerstraße 1-9 nicht abzureißen und dort einen Neubau hinzustellen, sondern die Bestandsgebäude zu sanieren.

Mehr noch: Das Familienheim solle, so der Vorschlag, einen Masterplan für die Sanierung der gesamten Wohnanlage mit rund 300 Wohnungen erarbeiten und erst dann tätig werden. "Wir sind in Sorge um diese beeindruckende Anlage, dieses tolle städtebauliche Ensemble", so der Gestaltungsbeirat.

Der Sitzungssaal war gerammelt voll mit Anwohnern aus Familienheim-Wohnungen in der Wiehre; zunächst allerdings musste Beiratsvorsitzende Jórunn Ragnarsdóttir die Besucher einbremsen: Nein, das sei keine öffentliche Diskussion und nein, der Gestaltungsbeirat schlage sich nicht auf eine Seite, sondern bleibe neutral. Den zwei geplanten Mehrfamilienhäusern an der Quäkerstraße und dem Solitärgebäude im Innenhof konnte das Gremium dennoch nichts abgewinnen. "Wir Architekten beseitigen Identität, wenn wir abreißen", hieß es, das sehe man an den Familienheim-Neubauten gegenüber, und: "Man sollte das Ensemble erhalten und die Qualität steigern".

Familienheim-Vorstandsvorsitzende Anja Dziolloß hatte zuvor argumentiert, die Genossenschaft benötige mehr und zukunftsfähige Wohnungen. "Aber was Sie vorschlagen, ist eine ganz andere architektonische Welt", entgegnete Ragnarsdóttir. Ihr Angebot: Der Gestaltungsbeirat wolle sich gerne das zu erstellende Gesamtkonzept ansehen und diskutieren. Ob das Familienheim diesem Vorschlag folgt, liegt ganz bei ihm – verbindlich sind die Stellungnahmen des Gestaltungsbeirats nicht.