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17. Dezember 2009 11:23 Uhr

Freiburg

Green City: Das Ausland entdeckt die Öko-Vorzeigestadt

Grün, grüner – Freiburg: Die Stadt gibt sich gern umweltbewusst und erregt damit Aufmerksamkeit – bei einer Nobelpreisträgerin und großen internationalen Medien. Ein Streifzug durchs Internet.

  1. Der Freiburger Stadtteil Vauban: Die ausländische Presse berichtet aus der Öko-Vorzeigestadt. Foto: Ingo Schneider

Anfang 2008 hat Freiburg mit einem neuen Titel für Aufmerksamkeit gesorgt: Green City sollte das Öko-Profil der Stadt schärfen und Freiburg weltweit als Vorzeigeobjekt bekanntmachen. Politiker, Fernsehsender und andere Interessierte sollten über die grüne Oase berichten. Und tatsächlich – es scheint zu wirken:
  • The Weekend Leader: Das News-Portal aus Indien hat es sich zur Aufgabe gemacht, allein positive und gute Nachrichten zu verbreiten. Die "Umwelthauptstadt Deutschlands" darf da natürlich nicht fehlen. Gepriesen als Vorbild, wird die Geschichte des Vauban aufgezeigt. Außerdem wird das Freiburger Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme gelobt.
  • Worldwatch-Institut: Vauban ist ein Vorbild
    Der State-of-the-World-Bericht des führenden US-Ökoinstitutes Worldwatch gilt als Nachhaltigkeits-Bibel. Die neue Ausgabe 2010 blickt auch auf den Stadtteil Vauban – und nennt das Quartier ein Vorbild für die Stadt der Zukunft.

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  • Spiegel: Im Spiegel-Online-Interview verrät Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom, warum ausgerechnet Freiburg als Modell für die Rettung der Welt dienen könnte.
  • CBC Television: Green Freiburg
    Lange Fußgängerzonen, endlose Solaranlagen und der stark vertretene öffentliche Verkehr – Freiburg iwst Öko-Vorzeigestadt laut dem Bericht von CBC. Nicht fehlen darf natürlich ein Blick ins Vauban. Freiburg: Blaupause für den Rest der Welt?
  • Fantástico: Cidade do Futuro
    Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? So wie Freiburg. Fahrräder, wohin man blickt, Trams und Fußgängerzonen. Der Fernsehbeitrag der brasilianischen Sendung "Fantástico" zeichnet ein Bild von Freiburg, das nahezu frei von Autos ist.
  • The Guardian: 50 people who could save the planet
    Freiburg ist dem Bericht des Guardian zufolge die grünste Stadt Europas: 500 Kilometer an Radwegen, Fußgängerzonen und Strom aus erneuerbaren energien. Der Hacken: Jeder will dem Bericht zufolge in Freiburg leben, die Mieten sind daher hoch.
  • The New York Times:"In german suburb, live goes on without cars"
    Ein Leben ohne Auto – für US-Amerikaner scheinbar unvorstellbar. In dem Artikel der New York Times wird der "neue Stadtteil" als Experiment beschrieben, als kleines grünes Versuchslabor. Er zeigt, wo in der Welt das Vauban als Blaupause für ähnliche Projekte dient.
  • Ottawa Citizen: "How bikes and cars co-exist"
    Alle fahren mit dem Rad: Kinder zur Schule, Paare zur Arbeit und ältere Frauen zum Einkaufen. Das hat zumindest David Chernushenko vom "Ottawa Citizen" beobachtet. Sein Fazit: Die Kanadier sollen sich die südbadische Stadt als Beispiel nehmen und die nötige Infrastruktur für Radler herstellen.
  • Newsweek: "Cities of virtue"
    Freiburg - der Vorreiter schlechthin: Noch ehe auch nur irgendjemand etwas davon gehört hat, dass die Gletscher schmelzen, hat die grünste Stadt der Welt die Zeichen der Zeit erkannt. So wertet zumindest Newsweek die Wandlung zur "Green City".
  • CNN: "Germany's model green city"
    Auf den Dächern im Vauban ist CNN-Reporterin Diana Magnay nicht nur der badischen Sonne ganz nahe, sondern auch den vielen Solarzellen von "Germany`s greenest city". Und warum Freiburg so grün ist, darf Oberbürgermeister Dieter Salomon erklären.
  • The Guardian: "Editor's letter: Thom Yorke"
    In der selben Ausgabe erläutert der Sänger der Band Radiohead sein Engagement in Sachen Klimawandel und lobt Freiburgs Modellcharakter.
  • Deutsche Welle TV Germany: "Ecocities of Tomorrow - A visit to Freiburg"
    Sie kommen aus Taiwan, Korea oder Frankreich in Deutschlands wärmste Stadt. Und es werden immer mehr. Ihr Ziel: die bunten Häuser von Solar-City im Vauban. Bei Deutsche Welle TV zeigt Architekt Rolf Disch den Öko-Touristen seine grüne Welt und die Vauban- Bewohner ihre Stromproduktion.
  • BBC: "Vauban - a green utopia?"
    Vauban, der Vorort von Freiburg, kann laut BBC den Anspruch auf den Titel "the greenest place in Europe" erheben. Oder ist Freiburg sogar die grünste Stadt der Welt?
  • Cafebabel.com: "Europe's eco cities"
    In Sachen Nachhaltigkeit zeigt Freiburg den Weg in eine ökologische Zukunft. Ein Einzelfall ist die grüne Stadt allerdings nicht mehr, denn viele Europäische Städte folgen Freiburgs Beispiel.
  • More 4 News: "Freiburg Ecotowns"
    Wie ist es eigentlich, wenn man seinen Müll trennen muss, mit der Straßenbahn fährt und ein Rad statt einem Auto besitzt? Eine Reporterin aus England reist ins Vauban und findet dort Bürger, die strenge Regeln haben und sich gegenseitig kontrollieren.
  • World architects:"Wohnungsbaupolitik in Grossbritannien"
    Bis 2020 will die britische Regierung zehn so genannte Ecotowns errichten. Fünfzehn Standorte für die ersten Stadtneugründungen auf der Insel seit den 1960er-Jahren sind nun in die engere Wahl gelangt. Als Vorbild dient das Vauban in Freiburg. Doch gegen das Projekt regt sich Widerstand.
  • MSNCB: "German city takes solar power to heart"
    Das Nachrichtenmagazin aus den USA hat freiburg schon im Sommer 2007 entdeckt. Sie besuchten Solararchitekt Rolf Disch. Er erklärt, wie ein Passivhaus funktioniert und warum seine Frau Campari auf Eis vermisst.
  • CBC Radio One: "Better, greener future"
    Der Journalist Chris Turner hat Städte besucht, in denen Menschen an einer "better, greener future" arbeiten. In der Wissenschaftssendung "Quirks & Quarks" des kanadischen Radiosenders Radio One erzählte er von seiner Reise, die ihn auch nach Freiburg führte.

Autor: Alexandra Sillgitt, Joachim Röderer, Yvonne Weik (aktualisiert am 13.7.2011)


7 Kommentare

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Barbis  

Barbis

17. Dezember 2009 - 16:12 Uhr

die Band heißt Radiohead und nicht Radio.
Ausserdem wurde Freiburg auch im Film "HOME" (gibts auch kostenlos auf Youtube) als Weltretter-Beispiel erwähnt.

Schade ist nur, dass, so grün die Stadt auch dargestellt wird, es wahnsinnig viele Defizite gibt.
Daumen hoch also fürs City Marketing, 1A Job. Jetzt muss nur noch mehr Aktion folgen!

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jow  

jow

17. Dezember 2009 - 16:50 Uhr

Für die Autofreaks müßte das doch zu denken geben.
Das Interesse der Welt kann also auch von anderen Dingen abhängig sein, als 6 Sekunden Fahrzeit von Freiburg nach Kirchzarten zu sparen. Dieses weltweite Ansehen von Freiburg bringt Touristen und stärkt die heimische (Solar-)Industrie.
Bleibt nun als Aufgabe für unsere Stadtplaner, diesem Image gerecht zu werden, zum Beispiel bei der Planung des neuen Stadteils in Haslach. Und bei dem Radwegenetz ist auch nicht alles so toll wie's gesehen wird (Karthaüserstr/Schwabentorring).

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teiki  

teiki

17. Dezember 2009 - 19:23 Uhr

Keiner hat was gegen Radler und/oder Straßenbahnen. Ich fahre wann immer es geht Fahrrad. Nur ist es in Freiburg vorallem ein Gegeneinander statt ein Miteinander im Verkehr. Die Badische Zeitung berichtet auch absolut nur einseitig positives über den Ökomythos. So kann man eben auch eine Meinung formen. Und wenn der ADAC in der 30er Zonen Diskussion eher für eine grüne Welle plädiert, dann wäre damit auch der Umwelt mehr geholfen. Aber leider leider leider geht es hier garnicht ausschließlich um den Umweltschutz, sondern es geht auch darum die Öko-Prinzipchen von gestern zu verteidigen, und oft bleibt der echte Umweltschutz (die 30er Regleung ist hierfür ein phantastisches Beispiel) auf der Strecke.

Zu den Journalisten und Berichten über Freiburg: Ist natürlich auch gerade, im Rahmen von Kopenhagen etc. ziemlich schick ein paar Ökoberichte zu senden bzw. drucken. Für Freiburg ist das sicherlich positiv. Aber Kritik wird in solchen Artikeln überhaupt nicht berücksichtigt. Es ist auch in keinem Artikel so das Freiburg als gesamte Stadt als Zukunftsmodell vorgestellt wird, sondern eben nur Bruchstücke. Diese sind dann natürlich, und dem Stimme ich auch zu, richtig gut! Passivhäuser, Fahrradfahren, Straßenbahnen etc. Alles richtig, alles Gut. Aber vergessen werden eben z.B. überflüssige Verkehrsstauß, die z.B. durch Vorrangsschaltungen der Straßenbahn verursacht werden. Ich frage mich immernoch was in 20 Jahren sein wird, wenn die meisten Autos Elektro bzw. Hybrid (die fahren in der Stadt meist mit Elektroantrieb)betrieben sind und Solarzellen den Strom auf dem Dach des Eigentümers produzieren. Sind Autos dann immernoch der Feind? Ist das alles denn nicht viel zu kurz gedacht? Macht es nicht viel eher Sinn ein Ganzheitliches Verkehrskonzept zu entwickeln? Ist das denn die Nachhaltigkeit die uns die Ökopäpste ständig predigen? Vielleicht sollte man sich darüber auch mal Gedanken machen.

viele Grüße :-)

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Kajak  

Kajak

17. Dezember 2009 - 19:29 Uhr

Hm. Wie war das nochmal???
- Wird nicht in 4/5 Monaten unser OB NEU gewählt?!? ;o)

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Redaktion (BZ)  

Redaktion (BZ)

17. Dezember 2009 - 20:14 Uhr

@Barbis:

Danke für die Hinweise. Fehler korrigiert. "Home" verlinkt.

Freundliche Grüße

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U.Fechtig  

U.Fechtig

17. Dezember 2009 - 20:45 Uhr

Jetzt wird mir so langsam auch der Sinn des neuen 30 Wahnsinns bewußt: Dann haben Fahrräder entlich auch mal auf den Zubringerstraßen klar die Nase vorn. ;-)

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Familienmensch  

Familienmensch

18. Dezember 2009 - 12:34 Uhr

es ist nicht schlimm in einer ÖKO Vorzeigestadt zu leben : 220.000 Freiburger tun es und es wollen immer mehr nach Freiburg...
@kajak ja im April wird der neue OB gewählt und ich geb jetzt schon eine Wette ab, das es Salomon wieder macht - bei der Bewerberlage liegt das auf der Hand. Wenn Salomon auch manchmal aus dem verbalen Rahmen fällt - ein Klimaschützer ist er allemal!!
Was ich doch sehr seltsam finde sind 2 Gemeinderatsentscheidungen im Nov. und Dez.
Im November lehnten außer die UL und die GRÜNEN einen autoarmen neuen Stadtteil Gutleutmatten ab. Im Dezember entscheiden alle Fraktion bis auf die FDP das große Tempolimit Paket auf CO2 Gründen und aus Lärmschutzgründen.
Versteht das jemand?

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