Gut für Uniklinik und Stadt

Julia Littmann

Von Julia Littmann

Mi, 31. Juli 2013

Freiburg

Letzter Gebäudeteil des Implant Centers der Uniklinik ist eingeweiht – er kostete 7 Millionen Euro.

Sieben Millionen Euro: Diese Zahl ließ die Premierengäste des Erweiterungsbaus zum Implant Centrum am Dienstag gleich zweimal staunen. So viel nämlich hat der lichte Erweiterungsbau gekostet, den die Uniklinik aus mehreren Quellen finanziert hat: aus Eigenmitteln, aus dem Konjunkturprogramm des Bundes und aus Spenden. Für die sehr erfolgreiche Spendenwerbung steht auch der Verein Taube Kinder lernen hören. Dessen neuer Vorsitzender Fritz Keller berichtete, dass in den 15 Vereinsjahren sieben Millionen Euro Spenden eingeworben wurden.

Zur Einweihungsfeier im Erdgeschoss des nun fertiggestellten Gebäudes als letztem Element des gesamten Ensembles hatten sich etwa 150 Gäste eingefunden. Bereits im Vorjahr war der zentrale Teil des Implant Centrum Freiburg (ICF) in Betrieb genommen worden. Dort findet seither – wie in den benachbarten älteren Gebäuden – die stationäre und ambulante Patientenbetreuung statt von den Voruntersuchungen bis zur Reha und Nachsorge. Operationen für die Implantierung der leistungsstarken Hörsysteme werden in der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik vorgenommen. Die enge Kooperation liegt auf der Hand: Das ICF ist Teil der HNO-Klinik.

Als Roland Laszig, Ärztlicher Direktor der HNO-Klinik, vor 20 Jahren in Freiburg mit der Cochlea-Implant-Technologie begann, wurden eine Hand voll Patienten damit behandelt, inzwischen sind es 3000, berichtete in seiner Rede Rüdiger Siewert. Der Leitende Ärztliche Direktor des Uniklinikums erklärte, dass in einer Uniklinik nicht nur großartige Regelleistungen zu erbringen seien, sondern auch darüber hinaus eine "Unikat-Versorgung". Das ICF als einziges Behandlungszentrum mit diesen Kompetenzen in Baden-Württemberg lobte denn auch Unirektor Schiewer als "Leuchtturm" und "Alleinstellungsmerkmal" sowohl für den Bereich der Patientenversorgung als auch für den Bereich der Forschung. Von den insgesamt etwa 600 Millionen Euro, die Uni und Uniklinik in den kommenden Jahren ins Bauen investieren – "ein Riesenkonjunkturprogramm für die Stadt" – sei der Erweiterungsbau des ICF nur ein kleiner Teil, so Oberbürgermeister Dieter Salomon. Das ICF sei dennoch ein besonders wichtiger Baustein in dem großen Ganzen: "Gesunde Menschen können sich vermutlich kaum vorstellen, was für einen Verlust an Teilhabe der Verlust des Hörvermögens bedeutet." Die umfassenden Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten – auch dank fächerübergreifender Expertenteams – seien folglich großartig. Dass auch die neuen Räume Erstaunliches zu bieten haben, konnten die Gäste bei Führungen sehen. Von den Therapieräumen, den Patientenzimmern bis zum schalldichten Raum für Messungen beeindruckte das ganze Haus.