Literatur

In der Wallstraße 10 erinnert jetzt eine Bronzetafel an den Karl-May-Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 24. Februar 2017

Freiburg

Im Leben von Karl May spielte sein Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld eine wichtige Rolle. Eine Gedenktafel soll nun an den Verleger erinnern, der 1890 im Alter von 36 Jahren eine eigene Verlagsbuchhandlung in der Wallstraße 10 in Freiburg gründete.

1891 traf Fehsenfeld das erste Mal mit Karl May zusammen. Das war der Beginn einer langen und sehr erfolgreichen, wenn auch keineswegs spannungsfreien Zusammenarbeit. May hatte in Friedrich Ernst Fehsenfeld "einen Mann gefunden, der nicht nur in Wort und Schrift für seinen Autor eintrat, sondern auch durch richtige Einschätzung der möglichen Leser, durch geschickte Werbung und durch einen guten Geschmack den Reiseerzählungen zum Durchbruch verhalf", so der Enkel Fehsenfelds und Karl-May-Forscher Ekke W. Guenther.

Fehsenfeld, der unter anderem auch das "Dschungelbuch" von Rudyard Kipling, "Wolfsblut" von Jack London und "Die Schatzinsel" von Stevenson ins Deutsche übersetzen ließ und veröffentlichte, erfand den für die Bücher Mays charakteristischen Buchtypus: kleinoktav, grüner Einband mit buntem Deckelbild und schwarz-goldenem, mit Arabesken verziertem Rücken. So traten die Bände Karl Mays von Freiburg aus ihren Siegeszug an. Nachdem Fehsenfeld seine seit 1885 in Unterlinden betriebene Buchhandlung verkauft hatte, gründete er eine selbstständige Verlagsbuchhandlung 1890 in der Wallstraße 10. Nach Karl Mays Tod 1912 begründeten Fehsenfeld und Karl Mays Witwe Klara zusammen mit dem Juristen und Schriftsteller Euchar Albrecht Schmid im Jahr 1913 den später unter dem Namen "Karl-May-Verlag Fehsenfeld & Co" firmierenden Verlag. Seit 1960 ist dieser, verkürzt in Karl-May-Verlag, in Bamberg beheimatet.

In dem Gebäude Wallstraße 10, das vom Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg verwaltet wird, ist seit Februar 2016 die "Außenstelle Betreuungsgericht" des Amtsgerichtes Freiburg untergebracht. Eine Gedenktafel an der Außenwand erinnert an die russische Dichterin Marina Zwetajewa, die 1904/05 in dem damals hier untergebrachten Mädchenpensionat Brink wohnte.

Nun erinnert eine weitere Gedenktafel daran, dass dieses Gebäude von 1890 bis 1895 der Sitz des Verlages von Friedrich Ernst Fehsenfeld gewesen ist, dessen Name untrennbar mit Karl May verbunden ist.

Die Initiative zur Erinnerung an den Verleger Fehsenfeld und die Idee zur Anbringung der Tafel an dem Gebäude Wallstraße 10 ging von dem Karl-May-Freundeskreis Freiburg aus. Die Stadt Freiburg, das Stadtarchiv und das Erzbischöfliche Ordinariat haben diese Anregung aufgenommen und unterstützt.

Finanziert wurde die Herstellung der Gedenktafel ausschließlich aus privaten Spendengeldern, die der Freundeskreis eingeworben hat.

Die Bronzetafel wurde im Rahmen des 4. Symposiums des Karl-May-Freundeskreises am vergangenen Wochenende enthüllt.