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04. November 2010 20:06 Uhr

Hintergrund: Israel und seine Nachbarn: ein gespanntes Verhältnis

In Freiburg gibt es Ärger um eine angesagte Ausstellung: "Zu einseitig" sei die Wanderausstellung im Rahmen der Palästina-Tage. Doch was steckt hinter dem Konflikt?

Für die Palästinenser war es eine Katastrophe, Nakba auf Arabisch, für viele Juden ein freudiges Ereignis: Die Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948. Eine Vielzahl von Juden aus Europa, die dem Holocaust entkommen waren, glaubten mit Israel eine sichere Heimstatt gefunden zu haben. Viele Palästinenser flüchteten und verloren ihre Heimat.

Doch wie kam es zu der Flucht? Nach langen Beratungen hatte die UNO 1948 die Einwilligung gegeben, dass auf dem Territorium des historischen Palästinas zwei Staaten entstehen: Israel sowie ein Palästinenser-Staat. Die dort seit vielen Jahrhunderten ansässigen Palästinenser waren allerdings mit dieser Teilung nicht einverstanden, ebenso die umliegenden arabischen Staaten. Sieben von ihnen erklärten Israel nach der Staatsgründung den Krieg und marschierten in der Region ein. Im Zuge der Kämpfe flüchteten zahlreiche Palästinenser aus ihren Dörfern.

Nach palästinensischen Angaben sind bis zu 400 Siedlungen der Palästinenser im Zuge des Krieges zerstört worden. Viele Israelis sehen das anders – und bestreiten zumindest die große Zahl der zerstörten Dörfer. Die UNO geht davon aus, dass zwischen 700 000 und 800 000 Palästinenser ihre Häuser verloren. Viele von ihnen leben heute in Jordanien, Syrien, Ägypten und dem Libanon. Auch im Gazastreifen und in den heutigen Palästinensergebieten wohnen Menschen, die ursprünglich in anderen Gegenden Palästinas zuhause waren. Nachfahren der Flüchtlinge erzählen gerne, dass Eltern und Großeltern bis zum Tod die Schlüssel ihrer Häuser um den Hals trugen. Sie glaubten nicht daran, nie wieder zurückkehren zu können.

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Um in Israel mehr Verständnis für die palästinensische Lage und in den Palästinensergebieten mehr Verständnis für jüdische Israelis zu wecken, wurde 2007 ein Schulbuch herausgegeben. Es beschäftigte sich mit der Gründung des Staates Israel und der Nakba und versuchte die Positionen beider Seiten darzulegen. Eine Ministerin der linken Arbeitspartei in Israel hatte es genehmigt. Auch die Führung in den Palästinensergebieten hatte ihr Ok gegeben. Nach Protesten auf beiden Seiten nahm man das Schulbuch wieder aus dem Unterricht. Das Beispiel des Schulbuchs macht deutlich, wie schwer es Israelis und Palästinensern fällt, die Probleme des jeweils anderen anzuerkennen.

Freiburg: Stadt sagt Palästina-Ausstellung erst zu - und dann ab

Autor: Annemarie Rösch