Ideen für den Klimaschutz

Meike Jenrich

Von Meike Jenrich

Mi, 16. Januar 2019

Freiburg

Im Opfinger Rat wurden städtische Konzepte vorgestellt.

FREIBURG-OPFINGEN. In der Opfinger Ortschaftsratssitzung am Montagabend ging es um das Freiburger Klimaschutzkonzept und den Erhalt der Biodiversität. Das bisherige Klimaschutzkonzept von 2007 war dringend zu aktualisieren, berichtete Sabine Wirtz vom Umweltschutzamt. Daher wurden das Ökoinstitut Freiburg und das Ifeu-Institut Heidelberg beauftragt, die Klimaschutzstrategie fortzuschreiben. In einem umfangreichen Prozess – mit Jugendbefragungen, Expertenworkshops und Online-Beteiligung – wurden neue Ziele, Strategien und Maßnahmen entwickelt. Das Ergebnis: Klimaziel der Stadt Freiburg bleibt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Neues Zwischenziel bis 2030 ist pro Kopf eine CO2-Reduzierung um 60 statt 50 Prozent. Die Stadt sei beim Erreichen der Ziele, so Wirtz, aber abhängig von den Entwicklungen auf europäischer und nationaler Ebene. 30 Schlüsselmaßnahmen wurden festgelegt. So sollen, um die Sanierungsquote zu erhöhen, "Energiekarawanen" in den Ortschaften eingesetzt werden, bei denen Experten kostenlose Energieberatung durchführen. Photovoltaik-Anlagen und Windenergie sollen weiter ausgebaut werden, ebenso wie die regionale Rad-Infrastruktur für Pendler.

Anlässlich des 900-Jahre-Stadtjubiläums 2020 wurden neun "Leuchtturmprojekte" zum Klimaschutz ausgewählt, die vorrangig angestoßen werden sollen. Dazu zählt die Ausweisung eines Klimaquartiers, in dem beispielhaft klimaschützende Maßnahmen auf kleinem Raum umgesetzt werden. Die Verwaltung soll bis 2030 klimaneutral werden, die Verkehrs-AG zunehmend Elektrobusse einsetzen.

Für gut und wichtig befanden die Räte die Fortschreibung des Konzepts – Kritik gab es dennoch. "Wahnsinnig viel Widerspruch", sah Martin Schrutka ( Die Unabhängigen). Er wies daraufhin, dass es wenig mit nachhaltiger Mobilität zu tun habe, wenn der Radweg von Opfingen nach Freiburg im Winter nicht geräumt werde und dann doch alle mit dem Auto führen. Zudem verhinderten Ämter oft viel bei Sanierungen. Tobias Bader (Bürger für Opfingen) bezweifelte, dass die Ziele erreicht werden können. "Hochgesteckte Ziele wecken den Ehrgeiz", sagte Ortsvorsteherin Silvia Schumacher (BFO). Der Vorlage wurde mit einer Enthaltung und einer Ablehnung zugestimmt.

Harald Schaich vom Umweltamt hatte bereits im Juli 2018 dem Ortschaftsrat über Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt berichtet. Diesmal ging es vor allem um die Finanzierung. Insgesamt 50 000 Euro sind nun im städtischen Haushalt zusätzlich für den Erhalt der Biodiversität vorgesehen. Damit soll unter anderem das Förderprogramm "Artenschutz in der Stadt" umgesetzt werden. Für Ortsvorsteherin Schumacher nur ein "Tropfen auf den heißen Stein". Sie sorgte sich wie andere Räte, dass zu wenig Mittel für die Böschungspflege, Gewässer und Grabenpflege am Tuniberg zur Verfügung stehen. Diese Pflege werde momentan vernachlässigt. Insbesondere angesichts der vielen Vorgaben für Landwirte zum Erhalt der Artenvielfalt, wie Verzicht auf Pestizide oder Schutz des Dohlenkrebses, sei deutlich mehr Geld erforderlich. Nicht der Naturschutz sei der Grund, dass die Pflege der Böschungen vernachlässigt worden sei, es liege an generellen Personal- und Mitteleinsparungen, erklärte Schaich. Maßnahmen für die Biodiversität und die Regelpflege müsse man auseinanderhalten. Die Finanzierung weiterer Maßnahmen solle über Programme und Drittmittelanträge realisiert werden.

Schaich berichtete zudem von zwei neuen Maßnahmen: Zum einen wird es ein Pilotprojekt auf Parkhäusern und Parkplätzen geben, zum anderen soll der Freiburger Hauptfriedhof genauer unter die Lupe genommen werden und ein ökologisches Gesamtkonzept bekommen.

Auch beim nächsten Thema ging es um Finanzen. Der Ortschaftsrat hat den Entwurf des Haushaltsplans 2019/2020 ohne Diskussion zur Kenntnis genommen.
Dauer: 1 Stunde, 45 Minuten.
Teilnehmer: 13 von 14 Räten.
Zuschauer: 19.