Improtheater des Studierendenwerks

Im "Café Europa" finden widersprüchliche Typen auf der Bühne zusammen

Christian Engel

Von Christian Engel

Mo, 08. Januar 2018

Freiburg

Das Mondo Musiktheater feiert mit seinem Stück "Café Europa" am Freitag Premiere / Sieben weitere Auftritte in der Mensabar.

FREIBURG. "Café Europa" heißt das neue Musical vom Mondo Musiktheater, einem Projekt des Studierendenwerks. Neun Monate lang haben sich die Protagonisten intensiv mit Europa und seinen Themen beschäftigt – und das Stück mit Regisseurin Stephanie Heine selbst entwickelt. Am Freitag ist Premiere in der Mensabar.

Carolina Attoumani kommt aus Argentinien. Mit Europa hatte sie vor ihrer Ankunft in Freiburg so viel am Hut wie eine Tangotänzerin mit dem Schuhplattler. Seit drei Jahren lebt die 22-jährige Studentin mitten auf dem alten Kontinent, und nun sitzt sie auch dort: im "Café Europa", das auf der Bühne der Mensabar der Uni Freiburg steht.

Das "Café Europa" ist Mittelpunkt des Stücks, das vom Mondo Musiktheater, einem Projekt des Freiburger Studierendenwerks, von Freitag an acht Mal aufgeführt wird. Verschiedene Nationalitäten kommen dort zusammen, verschiedene Charaktere, häufig klischeehaft dargestellt: die charmante Französin, die sozial engagierte Schwedin, der in Südbaden verliebte Südbadener. Oder eben die rassige Südamerikanerin, gespielt von Carolina – die sich alles andere als rassig sieht.

Eigentlich sei sie eher der ruhige Typ, sagt Carolina, die Musikpädagogik studiert. Es ist noch eine Woche bis zur Premiere: Soundcheck in der Mensabar. Die Darsteller gehen auf der Bühne vor schriller Rückkopplung in Deckung, der Schlagzeuger sucht mit Kippe hinterm Ohr den Ausgang, ein Tontechniker dampft mit E-Zigarette auf und ab. Carolina erzählt von den Probearbeiten. Davon, wie das Stück noch nicht stand, als sie im Mai am Casting teilnahm. Dass es auch noch nicht stand, als die Gruppe an Himmelfahrt die erste der unzähligen Proben aufnahm. Dass es ja gar nicht stehen konnte, weil es erst noch entstehen musste. Und das ist die Idee hinter Mondo Musiktheater.

In den vergangenen zehn Jahren war Mondo unter Regisseurin Stephanie Heine stets als Mondo Musical Group aufgetreten. Nun geht es in Richtung Improvisationstheater. Das Studierendenwerk hatte das Thema "Café Europa" vorgegeben, Heine hatte die Rahmenhandlung im Kopf – Dialoge, Musik und Tanz fügten sich erst bei den Proben zusammen: in langen Diskussionen, beim Agieren auf der Bühne, beim Bierchen danach. "Die Darsteller haben alle ein Bild von Europa im Kopf, alle eine Meinung, alle eine unterschiedliche Sicht auf verschiedene Themen", sagt Heine: "Diese Vielfalt haben wir für das Stück nutzen können."

Genau diese Vorgehensweise, sagt Carolina, mache Europa für sie aus: gemeinsam denken, gemeinsam handeln, miteinander leben. Und dieser Zusammenhalt spiegelt sich im Stück wider: Die Protagonisten müssen miteinander klarkommen in jenem Café, in das sie ein Unbekannter aus welchem Grund auch immer eingeladen hat. Sie streiten miteinander, lernen, sich zu akzeptieren, kommen durch Liebe und Respekt auf einen gemeinsamen Nenner. Zu einem vereinten Europa. Dass sie dabei tanzen und singen, ist umso schöner.

"Café Europa" feiert am Freitag, 12. Januar, um 20 Uhr Premiere in der Mensabar in der Rempartstraße. Die weiteren Termine: Sa., 13.1.; Fr, 19.1.; Sa., 20.1., jeweils 20 Uhr; so, 21.1., 17 Uhr; Fr, 26.1.; Sa., 27.1., jeweils 20 Uhr; So., 28.1., 17 Uhr. Tickets zu 16, ermäßigt 9 Euro beim BZ-Ticketservice, Tel. 0761/ 496-8888, in den BZ-Geschäftsstellen sowie unter http://www.bz-ticket.de